Arbeiterbewegung
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| Eisold, Hans. Die Fahrt ins Unbekannte. Geschichten. Mit einem Geleitwort von Robert Grötzsch. Dresden, Kaden & Comp. 1921. 8°. 80 S. Illustr. Orig.-Pappband (von Karl Biebrach).
Nicht bei Emig/Zimmermann. – Einzige Ausgabe, selten. – Erzählungen aus dem Dresdner Arbeiter-Milieu des mit 22 Jahren 1908 verstorbenen Autors. „Indem er seine Seele öffnet, entblößt er das Innere eines unendlichen Zuges junger Menschen, die aus denselben Bezirken kommen wie er, die nach Licht, Schönheit, Freude, Wahrheit, Lebensvertiefung verlangen und auf das dämonische Sphinxgesicht der Zeit stoßen wie er. „Ich war ein Vorstadtkind“, schreibt Eisold, und malt mit den Mitteln des erwachenden Talents die innere und äußere Welt eines jungen Arbeiters, dem die Rosen der Schwindsucht schon im frühesten Lebensfrühling auf den Wangen brennen und der bald gegen die Ungerechtigkeiten, Härten, Grausamkeiten dieser Welt mit all seiner dichterich-grüblerischen, lyrisch-kämpferischen Veranlagung erbittert anrennt, bald versonnen und sehnsüchtig nach den Schönheiten und blumigen Wiesen unsers bunten Planeten ausschaut. Kaum sechzehnjährig, tritt er die Fahrt ins Unbekannte an, wie es viele vor ihm taten, wie es viele nach ihm tun werden. Die Welt ist rund und die Ferne lockt. Und nun beginnt die Tragikomödie des Handwerksburschen. Für Eisold, den Schwächlichen, Kränklichen, Schönheits durstigen, wird es eine Fahrt ins Graue. Not, Arbeitslosigkeit, Betteln, Gefängnis – das alles durchlebt mit rasselnder Lunge. Das gibt seinen Stimmungen viel erschütternd Bitteres, Grollendes, Agitatorisches, mit Gott und der Welt Haderndes. Aber darüber hinaus hebt ihn das Ahnen, Fühlen, Bewußtwerden sozialer Kräfte, die einer Höheren Menschlichkeit zustreben. Und von einer eigenen Dichterschaft kündet schon die Wahrhaftigkeit, mit der er im Großen wie im Kleinen beim Tatsächlichen bleibt bis zu jenem resigniert lächelnden, schicksalahnenden Bekenntnis: „Leider bin ich von keiner der Herzallerliebste gewesen … ″ Als der kaum Zweiundzwanzigjährige starb, legte ihm sie Dresdner sozialistische Arbeiterjugend rotbebänderte Kränze aufs Grab“ (R. Grötzsch). – Umschlag etwas angestaubt, gutes Exemplar. Schlagwörter: Arbeiterbewegung, Arbeiterkultur, Sozialismus, Weimarer Republik |
70,-- | ![]() |
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