Parodie
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Beschreibung Gesamte Buchaufnahme |
Preis EUR |
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| (Born, Ignaz v.). Monacologie. Illustrée de figures sur bois. – Monachologia, figuris ligno incisis illustrata. Eridaniae, Typis Philanthropicis 1782. Paris, Jean-Baptiste-Alexandre Paulin 1844. Schmal-8° (18,5 x 10 cm.). 96 S. mit 2 Titelvignetten und 33 Holzstich-Illustrationen. Weinroter Halblederband um 1900 mit goldgepr. Rückentitel.
Debertol, Konjunkturen eines Feindbildes: Die Mönchssatire „Monachologia“ und ihre Nachleben. In: Das Achtzehnte Jahrhundert und Österreich. Band 36, Wien 2021. Hayn/Gotendorf V, 341. – Bilinguale Ausgabe des antiklerikalen Propaganda-Werks des österreichischen Aufklärers Mineralogen und Freimaurers I. v. Born (1742-1791). Das 1783 anonym auf Latein erschienene Werk parodiert die wissenschaftliche Systematik der Naturreiche von Carl von Linné. Statt Pflanzen oder Tieren teilt Born darin die verschiedenen Mönchsorden in Klassen, Gattungen und Arten ein. Born beschreibt die Mönche in einen extrem reduzierten, pseudowissenschaftlichen Zoologie-Stil, wie neu entdeckte Tierarten nach anatomischen Merkmalen (wie Tonsur, Kapuzenform, Gürtel oder Kleidungsfarbe). Die Holzstiche illustrieren diese „äußeren Merkmale“ der Mönche. – Born, selbst Mitglied im Jesuitenorden 1757 bis 1762, prangert die Nutzlosigkeit und Rückständigkeit des Mönchswesens an. Unter dem Decknamen Furius Camillus war Born Mitglied von Adam Weishaupts Illuminatenorden. 1770 war er in der Freimaurerloge Zu den drei gekrönten Säulen in Prag aufgenommen worden, 1781 wurde er Mitglied und am 9. März 1782 Meister vom Stuhl der Wiener Loge Zur wahren Eintracht. Mozart, selbst seit 1784 Mitglied der Wiener Loge Zur Wohltätigkeit, „besuchte aber regelmäßig die Wiener Loge Zur wahren Eintracht und wurde von Born am 7. Januar 1785 in den Gesellengrad befördert. Auch nahm Born die Aufnahme von Leopold Mozart vor. Die am 30. September 1791 uraufgeführte Oper Die Zauberflöte sollte als allegorische und volkstümliche Darstellung der aufklärerischen Ideale der Freimaurerei verstanden werden, wobei Ignaz von Born das Vorbild für den Weisen Sarastro war“ (Wikipedia). – „1844 erschien in Paris bei Jean-Baptiste-Alexandre Paulin (1796–1859), der vor allem als Mitbegründer der illustrierten Zeitschrift L’Illustration bekannt ist, eine zweisprachige, lateinisch-französische Ausgabe. Im Vorwort wird hier explizit Born als Autor genannt. Außerdem wird begründet, warum eine Neuauflage notwendig sei: Bisher sei keine weitere Monographie über die Gattung der Mönche erschienen. Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts seien die Mönche zudem fast vollständig aus Frankreich verschwunden. Die Naturforscher seien uneinig, woran das liege und manche vermuteten, dass die Mönche nicht wirklich ausgestorben seien, sondern nur im Verborgenen lebten und daher selten beobachtet werden könnten, wie das Aye-Aye oder der Orang-Utan. … Hinter der Fassade der ironischen Pseudo-Naturbeschreibung, der bewusst die satirische Strategie des Haupttextes aufgreift, beschwört dieses Vorwort also ein Bedrohungsszenario herauf, in dem die Mönche weiter im Verborgenen wirken, nachdem sie zumindest einen großen Teil ihres öffentlichen Einflusses eingebüßt haben“ (Markus Debertol). – Sehr gutes dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Ordensgeschichte, Parodie, Satire |
140,-- | ![]() |
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| Requark, Emil Marius (d. i. Max Josef Wolff). Vor Troja nichts Neues. 1. – 10. Tausend. Berlin, Brunnen-Verlag, Karl Winckler (1930). 8°. 119, (1) S. mit beil. Verlagsprospekt (4 S.). Orig.-Kartonumschlag.
Erste Ausgabe der mehrfach aufgelegten Parodie auf Erich Maria Remarques berühmten Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ (Berlin 1929). – Der jüdische Jurist, Schriftsteller und Shakespeare-Übersetzer M. J. Wolff (1868-1941) starb nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Oktober 1941 in Berlin durch Suizid. – Sehr gutes Exemplar. Schlagwörter: Parodie |
40,-- | ![]() |
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| Blumauer, (Johannes Aloys). Virgils Aeneis travestirt. 3 Teile in 1 Band. Frankfurt u. Leipzig, 1793. Kl.-8°. 112 S.; 118 S.; 118 S. mit 2 gestoch. Titelvignetten. Pbd. d. Zt. mit goldgepr. Rückenschild.
Vgl. Slg. Borst 472, Goed. IV,1, 636, 12 u. Hayn-Gotendorf I, 384 (alle EA Wien 1784 ff.). – Unrechtmässiger Nachdruck der zweiten Auflage von Blumauers unvollendet gebliebenem Hauptwerk; 1794 veröffentlichte C. W. Fr. Schaber als Fortsetzung Bd. IV mit Büchern 10-12 – Blumauer war Jesuit bis zur Aufhebung des Ordens und wirkte ab 1782 an der Wiener Hofbibliothek als Zensor. – „Der Beitritt zur Freimaurerei um 1781 bestimmte seine Geistesrichtung. 1780 trat er als Satiriker hervor. Seine Gedichte sind gereimte witzige Verstandesprodukte ohne wahre Empfindung, einzig mit der Tendenz des Kampfes gegen den Ultramontanismus und für die Aufklärung erfüllt, was am blendendsten in seinem Fragment gebliebenen Hauptwerk ›Virgils Aeneis travestiert‹ … zum Ausdruck kam. Darin hat B. Papst, Mönchtum, Jesuitismus, Religions- und Amulettschacherei und, was sonst auf dem Index des Josefinismus stand, boshaft verspottet. Die Beliebtheit dieser Travestie, Vorbild schwächerer, dauert an“ (NDB II, 326). – Einband etwas fleckig, gutes sauberes Exemplar. Schlagwörter: Parodie, Satire |
60,-- | ![]() |
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