Otto, Der Zukunftsstaat als sozialistische Monarchie
Otto, Der Zukunftsstaat als sozialistische Monarchie
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Otto, Berthold. Der Zukunftsstaat als sozialistische Monarchie. Berlin, Puttkammer & Mühlbrecht 1910. 483, (9) S. Halbleinenband der Zeit mit handschr. Rückenschild. NDB XIX, 703 f. – Erste Ausgabe. – Der Reformpädagoge und Philosoph Berthold Otto (1859-1933) entwickelt hier seine seine utopische Vision einer gerechten Gesellschaft. Er forderte darin die Verschmelzung von Sozialismus und konstitutioneller Monarchie, basierend auf dem von ihm entwickelten „volksorganischen Denken“. Sein ambitioniertes Modell umfasste drei zentrale Säulen: Monarchie als neutrale Instanz: Der Monarch sollte nicht absolutistisch herrschen, sondern als überparteiliche Kontrollinstanz und Schlichter dienen. Sozialistische Wirtschaft: Die Produktionsmittel sollten vergesellschaftet werden, um Ausbeutung zu verhindern und eine gerechte Güterverteilung zu garantieren. Die Zukunftsschule: Als Reformpädagoge sah Otto den Schlüssel zur Veränderung in der Erziehung. Bildung sollte praxisorientiert, individualisiert und demokratisch organisiert sein, um mündige Bürger zu formen. – „Sein Plan, bei Friedrich Paulsen mit einer Arbeit über den Liberalismus zu promovieren, scheiterte an Paulsens Ablehnung des Themenplans, so daß O. 1883 die Universität ohne Abschluß verließ. Nach Tätigkeiten als Hauslehrer in Herne und Berlin sowie als Nachtredakteur beim „Hamburger Correspondenten“ wurde er 1890 Schriftleiter beim Brockhaus-Verlag in Leipzig. Nachdem er durch erste psychologische, politische und pädagogische Schriften und durch seine Weigerung, seine von ihm selbst unterrichteten Kinder in eine staatliche Schule zu schikken, dem Preuß. Kultusministerium aufgefallen war, zog er 1902 nach Berlin-Lichterfelde, wo er mit ministerieller Unterstützung, aber zeitweise im Konflikt mit der Schulbehörde bis zu seinem Tode seine kleine „Hauslehrerschule“ unterhielt und publizistisch tätig war. O. übte scharfe Kritik an der staatlichen „Zwangs-“ und „Schablonenschule“, der er eine „natürliche“, an freien Gesprächen, Gemeinschaftspflege und Spiel orientierte Unterrichtsmethode sowie die Ideen des Gesamtunterrichts und der Schülermitverwaltung entgegenstellte, die ein „organisches Wachstum“ ermöglichen sollten“ (E. Weiß in NDB). – Einband etwas berieben, Name auf dem Vorsatz, gutes Exemplar.
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