Helvétius, Discurs über den Geist des Menschen
Helvétius, Discurs über den Geist des Menschen
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Helvétius, (Claude Adrien). Discurs über den Geist des Menschen. Aus dem Französischen. mit einer Vorrede Joh(ann) Christoph Gottscheds. Leipzig und Liegnitz, David Siegert 1760. 8°. [80], 646 S. Pappband der Zeit (in Halbpergamentoptik). VD18 11164638. Ziegenfuss I, 503. – Seltene erste deutsche Übersetzung der zuerst 1758 in Paris erschienenen Schrift De L’esprit, eine der grundlegenden sensualistischen Abhandlungen und zugleich eines der Hauptwerke zur Entwicklungsgeschichte des Materialismus. Als Gegenstück zu Montesquieus L’esprit de lois konzipiert, erregte die Schrift die Anfeindung des Klerus und des Dauphin, der das Werk offiziell verbrennen ließ. – „Helvetius ist ein Vertreter der französischen Aufklärung. Als Philosoph ist er Sensualist und Utilitarist. Alle Vorstellungen entspringen aus der Sinneswahrnehmung. Das Denken (Urteilen) als Vergleichen von Empfindungen ist sinnlichen Ursprungs und erfaßt nur die Relationen der Dinge. Den Impuls zum Denken geben die Gefühle. Der Mensch ist ein hedonistisches Wesen, er strebt nach Lust und nach Vermeidung von Unlust, so daß in diesem Sinne der Egoismus die Quelle alles Handelns ist. Was in der physischen Welt das Bewegungsgesetz, ist in der geistigen Welt das Interesse. Dem sittlichen Handeln liegt aber das ‚wohlverstandene Interesse‘ (l’intérét bien entendu) zugrunde, die Verbindung des Eigenwohles mit der Förderung des Gesamtwohles. Die Leidenschaften sind nicht zu unterdrücken, sondern zu regeln und gemeinnützig zu machen. Eine Beschränkung der Arbeitszeit, ein Recht auf Eigentum, Verbreitung von Bildung und dgl. sind soziale Forderungen“ (Eisler, Philosophen-Lexikon, 1912, S. 249 f.). – Rückenbezug erneuert, Deckel leicht berieben, stellenweise etwas gebräunt, gutes Exemplar.
Unser Preis: EUR 320,-- |


