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Hoffmann, Abhandlung von den Pocken

Hoffmann, Abhandlung von den Pocken

Hoffmann, C(hristoph) L(udwig v.). Abhandlung von den Pocken. I. Erster Theil, worinn die Erzeugung der Pockenmaterie und andrer ansteckenden Krankheiten vor Augen geleget wird. – II. Von der Empfindlichkeit und Reizbarkeit der Theile; Als eine Einleitung zum zweyten Theile von den Pocken. – III. Anhang zum ersten Theile von den Pocken, worinn die angegebene Ursache von der Assimilation der ansteckenden Fiebermaterien ferner erwiesen und die Existenz der Pockendrüsen außer Zweifel gesetzt wird. – IV. Nachtrag zum Anhange des ersten Theiles von den pocken, worin die Recension, welche den Anhang beurtheilet, und in dem 33ten Bande der allgemeinen deutschen Bibliothek geliefert ist, beantwortet wird. 4 Teile in 1 Band. Münster und Hamm, Philipp Heinrich Perrenon und Kassel, Phillipp Otto Hampe 1770-1779. 8°. C, [2] Bl., 304 S., [1] Bl.; [6] Bl., 270 S.; [1] Bl., 108 S.; 19 S. mit 2 gestoch. Titelvignetten und 1 gefalteten Kupfertafel zu Teil III. Moderner Lederband mit goldgepr. Rückenschild.

Hirsch-Hübotter III, 241. Proksch I, 136. VD18 11078375. – Sehr seltene ausführliche Abhandlung des bedeutenden Münsteraner Mediziners. 1789 erschien noch ein zweiter Band „Pathologie der Pockenkrankheit“. – C. L. Hoffmann (1721-1807) wurde „bereits am 14.09.1763 hatte Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels, Kurfürst von Köln und Bischof von Münster, auf Empfehlung seines münsterischen Ministers Franz von Fürstenberg Hoffmann zum Leibarzt ernannt. Im Jahre 1764 trat der Gelehrte gegen ein Jahresgehalt von 200 Reichstalern offiziell in die Dienste des Hochstifts Münster. Er erhielt daneben aber auch ausreichend Gelegenheit für Nebeneinnahmen, vor allem in seiner ausgedehnten Praxis. Hoffmann oblag nun die Aufsicht und die Reform des Medizinalwesens im ausgedehnten Fürstbistum. … Hoffmanns Medizinalverordnung fand über die Grenzen des Fürstbistums hinweg hohe Anerkennung. Justus Möser hielt sie für ein auf ihrem Gebiete epochemachendes Werk, und die Osnabrücker Regierung bestellte 100 Exemplare, um ihre Einführung im dortigen Hochstift zu prüfen. … Neben seiner organisatorischen Tätigkeit in Münster und Kassel setzte Hoffmann auch seine Privatstudien fort, als deren Ergebnis eine ganze Reihe von Schriften während seiner Münsteraner Zeit entstanden. Seine Schrift „Vom Scharbock – womit der Skorbut gemeint ist –, von der Lustseuche und der Verhütung der Pocken im Angesichte …“ wurde oben bereits genannt. Die Pockenkrankheit war es, die ihn vor allem beschäftigte und über die er sich in mehreren Schriften ausließ, so vor allem in seinem Werk „Abhandlung von den Pocken: erster Theil, worin die Erzeugung der Pockenmaterie und anderer ansteckender Krankheiten vor Augen gelegt wird“, das 1770 in Münster und Hamm erschien. Zu Hoffmanns Zeiten mußte man sich mit einer sehr zweifelhaften Impfmethode, die man auch als Inokulation oder Variolation bezeichnete, begnügen. Die Methode bestand darin, daß man den Pockeneiter eines kranken Menschen auf einen gesunden übertrug und somit die Pocken auslöste. Der Kunst des Arztes war es nun anheimgestellt, für diese Impfung einen möglichst günstigen Zeitpunkt zu wählen, oder im Stil jener Zeit ausgedrückt, darauf zu achten, „daß die Luft gesund war“. Nur dann bestand die Chance für einen vollkommen gesunden Menschen, die Impfung unbeschadet zu überstehen und bei der nächsten Pockenepidemie, die vielleicht auch mit anderen Krankheiten einherging, eine Immunität zu besitzen. Durch die Forderung nach „gesunder Luft“ bei der Impfung zeigt sich deutlich die damalige Vorstellung, daß Krankheiten durch die Luft übertragen würden; das Vorhandensein von Bakterien und Viren war ja noch unbekannt“ (H. Terhalle ausfühlich im Internetportal Westfaelische-Geschichte). – Stempel auf dem Vorsatz und Titelblatt, durchgehend im oberen Blattrand teils stärker wasserfleckig, sonst gut erhalten.

Unser Preis: EUR 350,-- 

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