NEUER E-KATALOG: Neueingänge Juli 2026 – Wir stellen aus: Rare Book Week Berlin. Internationale Messe für Bücher & Graphik 18.-20. September 2026, Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, 10717 Berlin, https://rarebookweek.berlin – Gemeinschaftskatalog zusammen mit Antiquariat Norbert Knöll, Lüneburg: POPKULTUR / POP CULTURE Bücher, Fotografien, Schallplatten und Graphik. – PHOTOGRAPHIE / PHOTOGRAPHY – wichtige Fotobücher von 1839 bis heute, darunter zahlreiche Widmungsexemplare und Bücher mit Orig.-Photographien (kann unter „Aktuelle Kataloge“ abgerufen werden). – Außerdem finden Sie Beiträge von uns im virtuellen „Schaufenster“ des Verbandes Deutscher Antiquare (VDA) https://schaufenster.antiquare.de/trefferliste.php?ID=22 (oder über „Links“ VDA) – Versandkosten ins Ausland auf Anfrage. – Besuchen Sie uns in unserem neuen Ladengeschäft in der Kaiserstrasse 99 in Karlsruhe (Mo.-Fr. 11-18 Uhr, Sam. 11-16 Uhr) mit einer reichen Auswahl seltener und schöner Bücher aus allen Gebieten, Graphik und Photographien. – Instagram: rarebookskarlsruhe

Walchner, Biographie des Truchsessen Georg III. von Waldpurg

Walchner, Biographie des Truchsessen Georg III. von Waldpurg

Walchner, K(asimir) und Johann Bodent. Biographie des Truchsessen Georg III. von Waldpurg. Aus handschriftlichen Quellen bearbeitet und mit einem Anhang von Urkunden versehen. Constanz, J. M. Bannhard 1832. 8°. XII, 378 S., [1] Bl. Marmorierter Pappband der Zeit mit goldgepr. Rückenschild.

ADB XL, 777 ff. – Erste und einzige Ausgabe. – Die erste umfassende Biographie des bekannten Heerführers Georg III. Truchseß und Freiherr von Waldburg (1488-1531), genannt „Bauernjörg“. – „Ihr lieben Brüder, wisset: Die Stunde ist kommen, aufzustehen!“ In einer Flugschrift von 1523 ruft der Kürschnergeselle Sebastian Lotzer zum Widerstand auf. Es sei „noch kein rechte Christliche Ordnung aufgerichtet, damit den Armen geholfen würde.“ Viele Bauern, Städter und Bergleute sind so wütend, dass es Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts zu Aufständen kommt: in Teilen Österreichs und der Schweiz, in Thüringen, Franken und Sachsen, im Elsass und in Oberschwaben. Die Geschichtsschreibung spricht vom „Bauernkrieg“. Der Adel jedoch will seine Privilegien nicht verlieren und wehrt sich. Eine zentrale Rolle spielt dabei Georg III. von Waldburg-Zeil. Sein Ehrentitel lautet Truchsess, sein Beiname ist „Bauernjörg“ – Jörg ist die populäre Form für Georg. Er sorgt mit seiner drakonischen Kriegsführung in Oberschwaben dafür, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse so bleiben, wie sie sind. Geboren wird Georg von Waldburg 1488 im Schloss Waldsee bei Ravensburg. Sein Vater ist Johann von Waldburg-Wolfegg, seine Mutter ist Helena von Hohenzollern. 1514 zeigt Georg im Dienst des Herzogs Ulrich von Württemberg, was er kann: Der „Arme Konrad“ – ein Bündnis aus Bauern und Bürgern – erhebt sich, weil die Steuern zu hoch sind. Georg schlägt die Rebellion nieder. Bald dient Georg dem Kaiser, dann dem bayerischen Herzog und dem Erzherzog von Österreich. Innerhalb von fünf Jahren wechselt er drei Mal seinen Dienstherrn – jeweils zum Gegner seines vorigen Herrn, was damals nicht ungewöhnlich ist. Seine Stunde schlägt 1525, als sich am 6. März Vertreter oberschwäbischer Bauerngruppen versammeln. In Memmingen formulieren sie zwölf Artikel. Es geht ihnen nicht um Umwälzung, sondern um Beteiligung: freie Pfarrerwahl, freie Jagd, Holzschlag in den Wäldern, weniger Frondienste und Entlassung aus der Leibeigenschaft – oder aber den Beweis aus der Bibel, dass diese gottgewollt ist“ (Maren Gottschalk, WDR, ZeitZeichen am 29. 05. 2021). – Der Jurist und Historiker K. Walchner (1773–1837), seit 1795 Advocat und Kanzlist bei der Regierung zu Meersburg, erhielt 1797 die Aufsicht über das Mineralien- und Conchyliencabinet und 1799 auch über die fürstbischöfliche Bibliothek daselbst. … Der Fürstbischof, der den jungen Rechtsgelehrten nach Verdienst schätzte, vertraute ihm schon 1802 die selbständige Verwaltung des Amtes Bohlingen an. Seine Wirksamkeit daselbst dauerte jedoch nur 3 Jahre; bei der Mediatisirung des Hochstifts Constanz wurde er von der badischen Regierung übernommen und 1805 von dem Kurfürsten Karl Friedrich als Obervogt, bezw. Oberamtsrath nach Pfullendorf befördert. … 1811 wurde er als Oberamtmann nach Radolfzell versetzt, wo er in einem Wirkungskreise, der ungleich größere Schwierigkeiten bot, bis 1824 mit gleich wohlthätigem Erfolg arbeitete“ (P. Albert in ADB). – Zeitgenöss. Besitzvermerk, stellenweise etwas braunfleckig, sehr gutes Exemplar.

Unser Preis: EUR 160,--