Beaunis, Der künstlich hervorgerufene Somnambulismus
Beaunis, Der künstlich hervorgerufene Somnambulismus
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Beaunis, (Henri Étienne). Der künstlich hervorgerufene Somnambulismus. Physiologische und psychologische Studien. Autorisierte deutsche Ausgabe von Ludwig Frey. Leipzig und Wien, Franz Deuticke 1889. Gr.-8°. VIII, 132 S. mit 4 Abbildungen. Orig.-Halblederband mit goldgepr. Rückentitel und Linienvergoldung. Ackermann I, 412. Du Prel II, 33 ff. und 144. Hirsch/Hübotter I, 415 f. – Erste deutsche Ausgabe, selten. – Bahnbrechende Arbeit des französischen Physiologen Henri Étienne Beaunis (1830-1921), der zusammen mit Hippolyte Bernheim die berühmte Schule von Nancy (Suggestionsschule) gründete. Die Schule von Nancy vertrat die Ansicht, dass Hypnose ein rein psychologischer Zustand ist, der auf der alltäglichen, menschlichen Suggestion beruht. Damit stellten sie sich gegen den Neurologen Jean-Martin Charcot (Schule der Salpêtrière), welcher glaubte, Hypnose sei ein rein pathologisches (krankhaftes) Symptom der Hysterie. In seinen physiologischen und psychologischen Studien beschrieb Beaunis die Phänomene des tiefen Trancezustands systematisch. In empirischen Untersuchungen wies er nach, dass sich über 55 % der Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren durch Suggestion in den somnambulen Zustand versetzen lassen. Er erforschte die somatischen (körperlichen) Veränderungen während der Trance, wie veränderten Puls, Muskelsteifheit (Katalepsie) und die Blockade von Schmerzreizen (Analgesie). Beaunis lieferte den Beweis, dass psychische Prozesse (Suggestionen) direkte, messbare Auswirkungen auf die Gehirnaktivität und den Körper haben. Seine Arbeiten legten das Fundament für die moderne klinische Hypnotherapie und die experimentelle Psychophysiologie. – Gelenke etwas berieben, mehrfach gestempelt „Geschäftsbibliothek Franz Deuticke“, sehr gutes Exemplar.
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