Herder, Briefe zu Beförderung der Humanität
Herder, Briefe zu Beförderung der Humanität
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Herder, J(ohann) G(ottfried) v. Briefe zu Beförderung der Humanität. Erste bis zehnte Sammlung. 10 Teile in 5 Bänden. Riga, Johann Friedrich Hartknoch 1793-1797. Kl.-8° (16 x 10 cm.). Mit gestoch. Frontispiz von (Johann) H(einrich) Lips nach (Johann) H(einrich) Meyer „Die Muse der Humanität“. Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückenschildern und Linienvergoldung. Slg. Borst 688. Goedeke IV 1, 732, 88. NDB VIII, 595 ff. Schulte/Strathaus 61. VD18 15472949. – Erste Ausgabe, der neben Schillers Briefen der ästhetischen Erziehung bedeutendsten Sammlung der Ideale der deutschen Klassik. Das Frontispiz zeigt „die Muse der Humanität, auf dem Zodiakus thronend, zusammengerollte Blätter in der Rechten; unter ihren Füßen dreht sich der Erdball“ (Schulte-Strathaus). – Die Idee zu den ‚Briefen“ kam Herder im Frühjahr 1792. An Gleim schrieb er: „Ich gehe jetzt in Gedanken mit Briefen, die Fortschritte der Humanität betreffend, um, in die ich das Beste, das ich in Herz und Seele trage, zu legen gedenke. Verleih der Himmel mir Gesundheit, Muße, Geschick und Freude! … Ihre Gefühle an der krankenden Menschheit, zumal Fürstenheit, haben mich tief durchdrungen, das Jahrhundert eilt mit beschleunigendem Fall zu Ende! An den sollen sich also auch meine humanistischen oder humanen Briefe schließen, so Gott hilft … ‘. – Die Briefe’ enthalten auch erstaunlich aktuelle Passagen mit Herders politischem Glaubensbekenntnis. Außerdem Beiträge von Claudius, Knebel, Stolberg, Voß u. a. In Teil IX ließ Herder das Gedicht vom Nationalruhm aus Zensurgründen entfernen, so dass vom letzten Bogen M nur das erste Blatt blieb. – „Die politischen Umstände behindern das freie Wort, darum werden jetzt Formen genutzt und neu ersonnen, in denen Herder sich äußern kann … In den ‚Briefen‘ kommen Josef II., Luther oder der Rebell B. Franklin gezielt zu Wort und Herder spricht sich durch Partnerbriefe kaschiert aus … veröffentlicht als Ersatz für den Gegenwartsband der ‚Ideen‘, deren Meinungen über Regierungsform, Volkserziehung und davon abhängige Kulturhöhe aktualisierend“ (H.-W. Jäger in NDB). Wegen des „Gesprächs nach dem Tode des Kaiser Josephs II.“ wurde das Werk in Österreich verboten. – Stellenweise etwas braunfleckig, sonst sehr gut erhaltenes Exemplar.
Unser Preis: EUR 650,-- |


