Deurer, Umständliche Beschreibung der im Jänner und Hornung 1784 die Städte ……
Deurer, Umständliche Beschreibung der im Jänner und Hornung 1784 die Städte ...
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(Deurer, E. F.). Umständliche Beschreibung der im Jänner und Hornung 1784 die Städte Heidelberg, Mannheim und andere Gegenden der Pfalz durch die Eisgänge und Überschwemmungen betroffenen grosen Noth. Nebst einigen vorausangeführten Natur-Denkwürdigkeiten des vorhergehenden Jahres. Mannheim, Neue Hof- u. Akademische Buchhandlung (1784). 8°. 237, (3) S. mit 2 gefalteten Kupfertafeln. Marmorierter Kartonumschlag der Zeit. VD18 14402602. – Äußerst seltener Bericht über das „Eishochwasser 1784“ in der Kurpfalz. – „Der Winter 1783/84 war außergewöhnlich kalt und schneereich. Auf den Flüssen bildeten sich bei starkem Frost dicke Eisdecken. … Kurze Tauperioden im Rheineinzugsgebiet im Januar 1784 erhöhten den Wassergehalt der Schneedecke, die z.B. in Mannheim Ende Januar eine Höhe von bis zu 140 cm erreichte. Von Neckar, Main, Mosel und Rhein (ab Mannheim) wird ab dem 27. Februar 1784 von Eisaufbruch, Eisstau und massiven Überflutungen berichtet. Bereits vor dem großen Eishochwasser Ende Februar kam es im Dezember und Januar an Neckar und Mosel zu kurzfristigen Tauperioden mit kleineren Eisaufbrüchen, Überflutungen sowie zur Ausbildung mächtiger Eisbarrieren. Der Hochwasserscheitel des Rheins wurde am Pegel Mannheim am 28.2., am Pegel Köln (mit Eisstau) am 28.2.und am Pegel Emmerich am 1.3. registriert. … Im Neckargebiet verließ der Neckar bei Neckarhausen (unterhalb Heidelberg) sein Flussbett. Der Eisstrom zerstörte innerhalb weniger Minuten das gesamte Unterdorf (35 Häuser, 25 Scheunen, alle Krautgärten mit vielen alten Nussbäumen; 13 Menschen und viel Vieh ertranken) und setzte das Oberdorf komplett unter Wasser. 228 Personen wurden mit aus Heidelberg per Pferd und Wagen herangeschafften Kähnen nach 24 Stunden Wassernot gerettet. Der Oberboden vieler Felder war weggeschwemmt und mit grobem Kies und Sand bedeckt. In Heidelberg hatte der Baudirektor Traitteur kurz vor dem Eisaufbruch eine Druckschrift veröffentlicht mit einem Verzeichnis der Straßen, die bei einem Eisstau an der Neckarbrücke unter Wasser gesetzt werden, so dass die Einwohner gewarnt waren. Außerdem wurden in den tiefgelegenen Straßen Nachtwachen auf- sowie Boote und Rettungsgerätschaften bereitgestellt, zudem eine Eiswache mit Signalkanonen etabliert. Das Wasser stieg höher als erwartet und riss die alte Neckarbrücke bis auf die Steinpfeiler weg. 39 Häuser wurden zerstört, 290 Häuser und die Stadtmauer teilweise beschädigt, aber in Heidelberg verunglückte weder Mensch noch Vieh.“ (D. Schwandt und Gerd Hübner, Informationsplattform Undine, Bundesanstalt für Gewässerkunde). – Rücken mit kleineren Fehlstellen, Namen-Stempel auf dem Titelblatt, sonst sehr gut erhalten.
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