Spoerl, Die Feuerzangenbowle
Spoerl, Die Feuerzangenbowle
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Spoerl, Heinrich (und Hans Reimann). Die Feuerzangenbowle. Eine Lausbüberei in der Kleinstadt. 1.-20. Tausend. Düsseldorf, Verlag der Mittag-Bücherei o. J. (1933). 8°. 189 S., [2] Bl. Orig.-Halbleinenband. (Romane der Mittag-Bücherei). Sehr seltene erste Ausgabe des Romans, der durch die Verfilmung 1944 mit Heinz Rühmann berühmt wurde. Unzensierte Urfassung mit in späteren Ausgaben und der Verfilmung geänderten Stellen. So wurde der Ort der Handlung „Oderwitz“ (S. 14) später in „Babenberg“ geändert und die Erwähnung von Albert Einstein (S. 137) getilgt und Marlene Dietrich (S. 160) durch Eleonore Duse ersetzt. – „Spoerl versuchte sich bereits in den 1920er Jahren als Schriftsteller. 1926 erarbeitete er zusammen mit seinem Freund Hans Müller-Schlösser eine Fortsetzung von dessen Erfolgsstück Schneider Wibbel. 1928 entwarf er eine Kriminalkomödie mit dem Titel Der Seitensprung, die er ein Jahr später dem Schauspielhaus in Düsseldorf anbot. Nach der Ablehnung suchte er sich einen Arbeitspartner, der den Text theaterwirksam bearbeiten sollte. Dies war der Leipziger Satiriker und Humorist Hans Reimann, der die gemeinsame Fassung unter dem Titel Der beschleunigte Personenzug im Gustav Kiepenheuer Bühnenvertrieb unterbrachte. Danach arbeitete Spoerl an verschiedenen Projektideen und Entwürfen, wovon er Reimann in zahlreichen Briefen berichtete, darunter auch Der Maulkorb. Zu einer Zusammenarbeit kam es aber erst wieder während eines gemeinsamen Urlaubs am Starnberger See, wo unter anderem das Exposé für einen Tonfilm mit dem Arbeitstitel Der Flegel entstand. Reimann, der über gute Beziehungen verfügte, bot es mehreren Filmproduktionsfirmen an. Weil diese Pläne scheiterten, arbeitete Spoerl den Text zu einem Roman um, den er Die Feuerzangenbowle betitelte und für den er nur noch wenige Anregungen von Reimann übernahm, von denen er die meisten in einer späteren Auflage strich. Reimann glaubte nicht an den Erfolg des Romans und distanzierte sich davon. Tatsächlich bot ihn Spoerl zunächst ohne Erfolg mehreren Verlagen an. Erst 1933 gelang es seiner Ehefrau Trude aufgrund ihrer freundschaftlichen Beziehungen zur Düsseldorfer Verlegerfamilie Droste, den Text unterzubringen. Nach einem Abdruck im Mittag erschien die Buchausgabe der Feuerzangenbowle zunächst im Verlag der Mittag-Bücherei, Industrieverlag Düsseldorf, aus dem später der Droste Verlag hervorging; den Umschlag gestaltete Otto Pankok. Nach Spoerls Zeitungs- und Bucherfolg gelang es nun auch Reimann, eine Produktionsfirma für den Stoff zu interessieren. Ende 1933 erwarb Cicero-Film die Filmrechte. Das Drehbuch verfasste Reimann zusammen mit Robert A. Stemmle, dem Regisseur des Films, der wenige Monate später unter dem Titel So ein Flegel herauskam, mit Heinz Rühmann in einer Doppelrolle. Spoerl war daran nicht beteiligt“ (Wikipedia). – Deckel und Vorsätze etwas braunfleckig, gutes Exemplar.
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