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Osmose

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1 Horvath, Alexis (eig. Aleksei Nikolaevich Khorvat). Beiträge zur Lehre über die Wurzelkraft. (Bewegung des Wassers in der Pflanze). Strassburg, Karl J. Trübner 1877. 8°. 63, (1) S. Halbleinenband der Zeit.

Erste Ausgabe, sehr selten. – Interessante Arbeit des russischen Mediziners und Psychologen A. Horvath (1836-nach 1897) . Horvath forschte 1877 an der Universität Straßburg zur Respiration und wurde 1882 als außerordentlicher Professor für Pathologie an die Universität Kasan berufen. – Schon im 18. Jahrhundert hatte Stephen Hales (Vegetable Staticks, 1727) nachgewiesen, dass Wurzeln Wasser mit erstaunlicher Kraft nach oben pressen können. Im 19. Jahrhundert wollte man verstehen, wie diese Kraft biologisch und physikalisch entsteht. Man nannte das Phänomen damals universell „Wurzelkraft“ oder „Wurzeldruck“. Der berühmte Botaniker Julius von Sachs machte den Wurzeldruck zu einem zentralen Thema seiner Vorlesungen über Pflanzen-Physiologie. Sachs bewies, dass der Wurzeldruck ein lebender (vitaler) Prozess ist. Wurden die Wurzeln mit Gift (z. B. Chloroform) betäubt, im Sauerstoff entzogen oder stark abgekühlt, brach der Wurzeldruck sofort zusammen. Im selben Erscheinungsjahr von Horvaths Buch (1877) gelang Wilhelm Pfeffer (1845-1920) der Durchbruch. „Dabei entwickelte er die nach ihm benannte Pfeffersche Zelle, ein Membranosmometer. Diese Messapparatur bestand aus einer Tonzelle, deren poröse Wände mit den von Moritz Traube im Jahre 1867 beschriebenen, semipermeablen Niederschlagsmembranen belegt waren. Die Pfeffersche Zelle ermöglichte erstmals die quantitative Bestimmung des osmotischen Drucks wässriger Lösungen“ (Wikipedia). – Beigebunden: Derselbe. Zur Abkühlung der Warmblüter. (Separatdruck aus: Pflüger’s Archiv für die gesamte Physiologie des Menschen und der Tiere. Band 12, Heft 1, Bonn, Max Cohen & Sohn 1876). S. 278-279. – Sehr seltene Arbeit über die künstlichen Absenkung der Körpertemperatur (Hypothermie) bei gleichwarmen Tieren (Säugetieren und Vögeln). Im 19. Jahrhundert galt die konstante Körpertemperatur von Warmblütern als biologisches Dogma. Horvath gehörte zu den Pionieren, die experimentell untersuchten, unter welchen Bedingungen dieser Regulationsmechanismus versagt oder künstlich manipuliert werden kann. Horvath kühlte lebende Warmblüter (meist Kaninchen oder Hunde) künstlich in Eisbädern ab, um den Zustand der Lethargie (Kälteschlaf) zu erforschen. Er wies in dieser Studie nach, dass Warmblüter bei einer extremen, kontrollierten Absenkung der Kernkörpertemperatur ihre Fähigkeit zur eigenständigen Thermoregulation zeitweise komplett verlieren. Sobald eine kritische Untergrenze erreicht war, verhielten sich die Tiere physiologisch wie wechselwarme Reptilien (Poikilotherme). Setzte man sie danach jedoch wieder einer äußeren Erwärmung aus, konnte die körpereigene Wärmeregulation reaktiviert werden und die Tiere erwachten unbeschadet. Diese spezifische Arbeit von 1876 lieferte Horvath die theoretische und experimentelle Grundlage für seine kurz darauf folgenden, berühmten Schriften über den Winterschlaf (z. B. „Untersuchungen über den Winterschlaf“, 1878–1881). – Stellenweise etwas braunfleckig, sonst sehr gut erhalten.

Schlagwörter: Botanik, Botany, Osmose, Physiologie, Physiology, Zoologie, Zoology

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