Liesegang, Ferrotypie
Liesegang, Ferrotypie
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(Liesegang, Eduard). Ferrotypie. Ein amerikanisches Verfahren, direct positive Collodionbilder auf Blechplatten anzufertigen. 7. Auflage. Düsseldorf, Ed. Liesegang o. J. (1875). 8°. 29, (1) S. mit 1 Holzschnitt im Text. Heftstreifen. (Liesegang’s Bibliothek für Photographen, Band 20). Heidtmann 3507 und Rossens/Salu 3878 (verz. beide nur 7. bis 12. Auflage von 1898). – Wohl erste Ausgabe mit diesem Titel, sehr selten. – „Theoretisch ließen sich Kollodiumpositive auf allerlei schwarzen Materialien herstellen, praktisch aber zeigte sich, daß Leder allzuoft rissig wurde und schwarzes Papier nicht fest genug war. Als einzig brauchbares Material erwies sich, neben Glas, schwarzes oder schokoladenbraunes emailliertes Blech (Ferrotypie). … Die Ferrotypie geht zurück auf den französischen Pädagogen und Amateurphotographen Adolphe Alexandre Martin. 1853 legte er der Académie des Sciences in Paris ein Memorandum vor, in dem er die Herstellung von Direktpositiven auf Blech beschreibt. In England wurde ein Ferrotypie-Patent im Dezember 1856 an William Kloen aus Birmingham und Daniel Jones aus Liverpool erteilt. Der Londoner C. T. Masterman stellte emaillierte Blechplatten in verschiedenen Größen her, in Formaten von 6,3 x 5 bis 25,5 × 35,5 cm. Diese Platten hatte sich Professor Hamilton Smith aus Gambier, Ohio, im Februar 1856 patentieren lassen, seine Rechte verkaufte er jedoch bald darauf an den ehemaligen Geschäftspartner Peter Neff und dessen Vater. Beide entwickelten die Erfindung weiter und führten sie unter dem Namen „Melainotypic“ der kommerziellen Nutzung zu. Der Name „Ferrotypie“ (lat. ferrum = Eisen) geht auf den amerikanischen Hersteller der Blechplatte, Victor M. Griswold, zurück. In Amerika erlangten Ferrotypien nach 1860 vor allem bei drittklassigen Photographen große Beliebtheit. Man sammelte solche Bilder in Alben oder ließ sie als Porträts, zu beliebigem Format zurechtgeschnitten, in Broschen, Medaillons oder Manschettenknöpfen ein“ (H. Gernsheim, Geschichte der Photographie, S. 289 f.). – Titelblatt etwas angestaubt und fleckig, sonst gut erhalten.
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