Gesamtbestand
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Beschreibung Gesamte Buchaufnahme |
Preis EUR |
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| Murer, Jacob. Jacob Murers Weissenauer Chronik des Bauernkrieges von 1525. (ZA Ms 54 Fürstlich Waldburg-Zeil’sches Gesamtarchiv Leutkirch). Herausgegeben von Günther Franz unter Mitarbeit von Werner Fleischhauer. Faksimile. 2 Bände (Faksimile und Kommentar). Sigmaringen, Jan Thorbecke (1977). Gr.-4° (33 x 24 cm.). [25] Bl. mit 11 doppelblattgr. Federzeichnungen (farbiges Voll-Faksimle); 63 S. mit 4 Tafeln und 2 Karten. Farbig illustr. Orig.-Halbpergamentband und Orig.-Pappband in Schuber.
Eines von 1000 num. Exemplaren. – Die Weißenauer Chronik verfasst von Jacob Murer (1468-1533), dem damaligen Abt des Prämonstratenserklosters Weißenau bei Ravensburg. Das Werk schildert die dramatischen Aufstände in Oberschwaben aus der Perspektive der betroffenen Klosterobrigkeit und gilt wegen seiner visuellen Darstellung als einzigartiges Zeugnis dieser Epoche. – „Bei der bildlichen Darstellung gibt es einige Besonderheiten: Die Chronik spiegelt eine reine Männerwelt wider – Frauen und Kinder kommen in ihr nicht vor. Dies ist – neben der starken Beschränkung auf die Geschehnisse in der Umgebung des Klosters – eine Auswahl, die der Chronist getroffen hat. Auch die geografischen Gegebenheiten wurden so angepasst, dass sie dramatisch in Szene gesetzt werden konnten. Damit wurden zusammenhängende Ereignisse, die eigentlich räumlich voneinander getrennt waren, trotzdem auf einem Papierbogen dargestellt“ (J. Gießler, Landesarchiv Baden Württemberg). – Sehr gutes Exemplar. Schlagwörter: Bauernkrieg, Faksimile, Nummerierte Bücher |
250,-- | ![]() |
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| Hofbauer, Ludwig. Der Pestkrieg. Ein Zukunftsroman. Regensburg, Ludwig Rath 1927. 8°. 350 S., [1] Bl. Orig.-Leinenband.
Bloch 2/1502. – Erste Ausgabe. – Von L. Hofbauer auf dem Vortitel signiert „L. Hofbauer, Schwandorf i. Bayern“. -Science-Fiction- und Katastrophenroman; Eine geheime asiatische und amerikanische Organisation versucht, mithilfe von künstlich gezüchteten Pestkulturen die Weltherrschaft zu erringen. Bevor die Seuche eingedämmt werden kann, fallen Hunderttausende Menschen dem biologischen Krieg zum Opfer. Am Ende steht der utopische beziehungsweise dystopische Neuanfang einer vermeintlich gestärkten Gesellschaft. – Der Roman gilt in der Karl-May-Forschung als vermeintliche Quelle für die reale Existenz Winnetous; Ludwig Hofbauer schreibt S. 82, Winnetou sei keine reine Phantasiegestalt, sondern eine historisch reale Person gewesen: „Mein Großvater hatte als Häuptling der Apachen in den Bergen des Westens einen guten Namen. Sie haben von Winnetou, dem großen Häuptling, gehört. Ein Deutscher hat vor Jahrzehnten viel von ihm geschrieben…“ – Hofbauer „stützt sich dabei auf historische Briefe des deutschen Auswanderers Fritz Saul aus den Jahren 1869/1870. Saul schrieb damals aus Nordamerika an seinen Bruder in Deutschland und behauptete, den echten Apachenhäuptling Winnetou im Südwesten der USA persönlich gekannt zu haben. Da Karl Mays erster großer Winnetou-Roman erst 1893 erschien, löste diese Erwähnung in einem Dokument aus dem Jahr 1869 unter Karl-May-Anhängern eine Sensation aus. Es entstand kurzzeitig die Theorie, Karl May habe seine Figur nach einem realen Vorbild geformt oder alte Reiseberichte als Quelle genutzt. Der Karl May Verleger E. A. Schmid veröffentlichte im Karl-May-Jahrbuch 1929 die Ergebnisse der Nachforschungen, demnach hatte Fritz Saul sich wohl geirrt. Er hatte in Arizona sehr wahrscheinlich mit dem realen Apachen-Häuptling Chief Victorio zu tun (dem Nachfolger von Cochise) und brachte diesen Jahrzehnte später fälschlicherweise mit Karl Mays berühmter Romanfigur in Verbindung. Winnetou bleibt somit eine reine Erfindung Karl Mays. Hofbauers „Pestkrieg“ ging dadurch jedoch als eines der kuriosesten Fundstücke in die literaturwissenschaftliche Geschichte der Karl-May-Forschung ein“ (Karl-May Gesellschaft). – Rücken etwas berieben, Deckel leicht fleckig, sonst gut erhalten. Schlagwörter: Phantastik / Utopie, Phantastische Literatur, Signed books, Signierte Bücher |
70,-- | ![]() |
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| Almanach – Dieterich, Heinrich (Hrsg.). Göttingisches Taschenbuch zum Nutzen und Vergnügen. Für das Jahr 1812. Göttingen, Heinrich Dieterich (1811). Kl.-8° (16,5 x 8,5 cm. Titel, 64, 170, 38 S., [1] Bl. mit gestoch. Frontispiz und 12 (2 gefaltete) Kupfertafeln, 2 Modetafeln von Ernst Ludwig Riepenhausen und 10 nach W(illiam) Hogarth. Moderner Pappband mit Brokatpapierbezug.
Köhring 156. Lanckoronska/Rümann S. 15. Musenalm 170. – Vorletzter Jahrgang des seit dem Jahr 1776 erscheinenden und aufgrund seines häufig sarkastischen Inhalts sehr beliebten Göttinger Taschenbuchs. – Mit der Fortsetzung der „Hogarthische(n) Skizze“ und 10 satirischen Kupfertafeln des berühmten englischen Karikaturisten, darunter die bekannten Stiche „Die Advocaten und Notare (The Attorneys and Notaries)“, „Die Quacksalber (The Mock-doctors)“, „Der Tanz (The Dance)“ und „Die Kunst des Faustkampfs oder Boxens (Broughton, Slack and Figg)“. – Mit zusammen 72 Beiträgen (vollständige Inhaltsangabe bei Musenalm). – Gutes, teils unbeschnittenes Exemplar. Schlagwörter: Almanache, Taschenbücher, Kalender, Boxen, Boxsport, Illustrated books, Illustrierte Bücher |
240,-- | ![]() |
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| Almanach – (Rittler, Franz). Der Freund des schönen Geschlechts. Taschenbuch für das Jahr 1836. Wien, Heinrich Buchholz (1835). 12° (11,3 x 7,3 cm). [13] Bl., 126 S., [1] Bl. mit gestoch. Frontispiz, gestoch. Titel und 12 (6 handkol.) Kupfertafeln. Blindgepr. Orig.-Pappband mit Deckelfiletten, goldgepr. Deckelvignette und Goldschnitt.
Goedeke VIII, 61, 68 a. Köhring S. 48. Lanckoronska/Rümann S. 64. Musenalm 988. – Schön ausgestatteter beliebter Taschenkalender, der von 1804 bis 1848 erschien. – Mit 6 handkol. Modekupfern und 6 Kupfertafeln von J. Langer nach J. v. Perger. – Einband etwas berieben, sonst gut erhalten. Schlagwörter: Almanache, Taschenbücher, Kalender, Illustrated books, Illustrierte Bücher, Mode |
240,-- | ![]() |
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| Kraus, Karl. Weltgericht. 2 Bände. Leipzig, Verlag der Schriften von Karl Kraus (Kurt Wolff) 1919. 8°. 251 S.; 336 S. mit 3 Tafeln und 1 gefalteten Faksimile. Orig.-Pappbände.
Kerry EA 36. W.-G.² 26. – Erste Ausgabe. – „Dem Andenken an Franz Grüner, Franz Janowitz, Stefan Fridezko, Franz Koch“ gewidmet. – „Seiner dramatischen Vergegenwärtigung des Kriegsgeschehens, den Letzten Tagen der Menschheit, hat Karl Kraus in demselben Jahr, als das Drama in erster Fassung erschien, 1919, mit den beiden Bänden von Weltgericht die essayistische Chronik seiner Kriegsaufsätze an die Seite gestellt. Auch in diesen Schriften dienen authentische Dokumentation und stringente Reflexion einer ebenso ausgreifenden Darstellung wie tiefschürfenden Erklärung der Katastrophe – wobei vor allem den »Bilanzknechten« und »Schlachtbankiers« der Presse, als den wahren Urhebern des Krieges, der Prozeß gemacht wird. Das Buch enthält einige der schneidendsten Satiren von Karl Kraus (Die Laufkatze, Die Fundverheimlichung) und mit dem abschließenden Nachruf auf die Donaumonarchie, »dem stärksten Kriegsfluch, der in deutscher Sprache geschrieben wurde«, ein Meisterwerk politischer Publizistik, vergleichbar nur der Dritten Walpurgisnacht von 1933. Das Ganze ist heute so aktuell wie vor siebzig Jahren: ein Lehr- und Lesebuch des kämpferischen Pazifismus“ (Suhrkamp zu einer Neuausgabe). – Vorderes Innengelenk von Band II leicht angeplatzt, sonst gut erhalten. |
40,-- | ![]() |
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| Busoni – Ježower, Ignaz (Hrsg.). Venedig. (Einführung). Berlin, B. Behr 1908. Kl.-8° (17 x 13 cm.). XX S. Einfacher Papierumschlag. (Poetische Cicerone: Städte und Länder in der Dichtung, Band 1).
Mit eigenhändiger Widmung und Brief von I. Ježower für den italienischen Pianisten und Komponisten Ferruccio Busoni (1866-1924). „Lichterfelde W – Karlstr. 80, 8. November 1908. Sehr geehrter Herr! Ich übersende Ihnen und Ihrer Frau Gemahlin die Einleitung, die ich dem Venedig Buche vorangestellt habe. Ich würde mich freuen, wenn Sie mit der kleinen Arbeit zufrieden sein würden. Mit besten Grüssen, ganz ergebenst – Ignaz Ježower.“ – Einleitung zur ersten Veröffentlichung des Berliner polnisch-deutschen Kulturhistorikers, Schriftstellers und Übersetzers I. Ježower (1878-1942). Die Anthologie erschien im selben Jahr mit Dichtungen von Friedrich Adler, Andre Chenier, Felix Dahn, Benno Geiger, Robert Hamerling, Hermann Lingg, Alfred Meissner, Richard Monckton Milnes, Thomas Moore, Alfred Musset, Anton Renk, August Wilhelm Schlegel, Lorenzo Stecchetti, Heinrich Stieglitz, Theodor Suse, Jaroslav Vrchlicky sowie venezianischen Volksliedern. – Ježower war mit George Grosz, Else Lasker-Schüler, Alfred Döblin, Kurt Schwitters und anderen Künstlern befreundet. Zusammen mit Franz Hessel übersetzte und edierte er die Memoiren „Histoire de ma vie“ des Giacomo Casanova (1725–1798). Sein wichtigstes Werk ist eine umfassende Traumanthologie, Das Buch der Träume. Er wurde mit Transport 8, Zug Da 44 am 13. Januar 1942 von Berlin nach Riga deportiert und dort ermordet. Schlagwörter: Autographen, Widmungsexemplar |
100,-- | ![]() |
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| Grass, Günter. Die Blechtrommel. Roman. (Gütersloh und Stuttgart), Bertelsmann und Europäischer Buch- und Phonoclub (um 1965). 8°. 571, (2) S. Orig.-Leinenband mit farbig illustr. Schutzumschlag.
KLL I, 1685. – Von G. Grass auf dem Titelblatt signiert. – Grass erhält den seit 1955 nicht mehr vergebenen Preis der „Gruppe 47“ als siebenter Preisträger und 1999 den Nobelpreis für Literatur, weil er – so die Begründung der Jury – „in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat“. – Die „Blechtrommel“ wird zum größten literarischen Erfolg der deutschen Nachkriegsliteratur. – „Günter Grass brachte das hervor, was kein Deutscher seit Thomas Mann hervorgebracht hatte: Aufregung in der internationalen literarischen Welt. Grass erbeitet mit einem Ausmaß an theatralischer Erfindungsgabe, das von Goethe … bis zu Ionesco reicht. Die Blechtrommel ist ein überwältigend ungleichmäßiges Prachtexemplar von einem Roman…“ (New York Times Book Review). – Schutzumschlag restauriert, sonst gut erhalten. Schlagwörter: Signierte Bücher |
140,-- | ![]() |
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| Santo-Domingo, (Joseph Hippolyte de). Paris, wie es ist. Für deutsche Leser bearbeitet von F(erdinand) Philippi. Dresden, P.G. Hilscher 1826. – Beigebunden: Derselbe. London wie es ist oder Gemälde der Sitten, Gebräuche und Charakterzüge der Engländer; Anekdoten und Bemerkungen, diese Nation und ihre Regierung betreffend. Eine Fortsetzung der Sittengemälde „Rom“ und „Paris wie es ist.“ Von Santo Domingo. Frei übersetzt von M-r (d. i. Eduard Lehmann). Leipzig, Magazin für Industrie und Literatur 1826. VIII, 196 S. – Beigebunden: (Brisset, Mathurin Joseph). Madrid wie es ist oder Bemerkungen über die Sitten und Gebräuche der Spanier im Anfange des neunzehnten Jahrhunderts. Aus dem Französischen frei übersetzt von Gustav Sellen (d. i. Ludwig v. Alvensleben). 3 Werke in 1 Band. Leipzig, Magazin für Industrie und Literatur 1826. 8°. VIII, 270 S., [1] Bl. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschild und Rückenvergoldung.
I. Engelmann II, 461. Hayn/Gotendorf V, 546. – II. Engelmann II, 211. Hayn/Gotendorf VI, 516. – III. Engelmann II, 653. Hayn/Gotendorf IV, 341. – Erste deutsche Ausgaben. – Sammelband mit drei seltenen „Sittengemälden“ aus den europäischen Metropolen Paris, London und Madrid in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. – Stellenweise etwas braunfleckig, sonst sehr gut erhalten und dekorativ gebunden. Schlagwörter: Kulturgeographie, Kulturgeschichte, London, Madrid, Paris |
240,-- | ![]() |
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| Jagemann, Ludwig v. Deutsche Städte und deutsche Männer. Nebst Betrachtungen über Kunst, Leben und Wissenschaft. Reiseskizzen aus den Jahren 1837-1840. 2 Bände. Leipzig, Robert Binder 1842. 8°. IV, 217 S., [2] Bl.; VI, 266 S., [1] Bl. Olivgrüne Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückentiteln und Rückenvergoldung.
ADB XIII, 643 ff. Weech, Badische Biographien I, 421 f. Engelmann 432 (nur spätere Ausgaben). – Erste Ausgabe, selten. – I. „Zur Physiognomik deutscher Hauptstädte und Reiseglossen“. – II. „Zur Charakteristik deutscher Männer“. – Der badische Jurist L. v. Jagemann (1805-1853) war seit 1843 Justizministerialrath und wichtiger Strafrechts-Reformer des 19. Jarhunderts. „Der reiche Schatz seines allgemeinen Wissens machte ihn zum Mittelpunkt kunstliebender Kreise und führte ihn zum belletristischen Schaffen hin; insbesondere bietet von seinen Arbeiten letzterer Gattung eine Skizze seiner Reiseeindrücke aus Deutschland und Oesterreich, welche 1846 in 2 Bänden unter dem Titel „Deutsche Männer und deutsche Städte, nebst Betrachtungen über Kunst, Leben und Wissenschaft“ erschien, interessante, damals zeitgenössische Bilder dar. Allein seine eigentliche Bedeutung besteht in der Förderung, welche er theoretisch und praktisch als Schriftsteller und Beamter der Pflege des Strafrechts, des Gefängnißwesens und des Civil- und Straf-Processes angedeihen ließ“ (v. Jagemann in ADB). – Sehr schönes dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Biographie, Reiseberichte, Reisebeschreibung, Reisebeschreibungen |
160,-- | ![]() |
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| Shakespeare, William. Schauspiele. (Herausgegeben) von Joh(ann) Joach(im) Eschenburg. Erster (bis) zwölfter Band (von 22). Neue verbesserte Auflage. 12 Teile in 6 Bänden. Straßburg, Franz Levrault 1778-1779. 8°. Mit 12 Titelvignetten in Holzschnitt. Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückenschildern und figürlicher Rückenvergoldung. (Sammlung der Poetischen und Prosaischen Schriften ausländischer schöner Geister; Die Schriften des Willhelm Shakespear).
ADB VI, 346 f. NDB IV, 642 f. Goedeke IV/1, 672, 10. – Frühe deutsche Shakespeare-Übertragung. – Neue verbesserte Ausgabe des sogenannten „Mannheimer Shakespeares“ in der deutschen Übersetzung von Johann Joachim Eschenburg mit Überarbeitungen, Korrekturen und Ergänzungen von Gabriel Eckert, der auch einige Einleitungen, Anmerkungen und kritische Abhandlungen (zu Hamlet, Macbeth, Titus Andronicus, Julius Caesar etc.) hinzufügte. Zwischen 1778 und 1783 erschienen insgesamt 22 Bände, von denen die ersten 12 hier vorliegen. – Der Hamburger Literaturhistoriker J. J. Eschenburg (1743-1820), seit 1777 Professor der schönen Literatur und Philosophie in Braunschweig, „hat hervorragende Artikel über englische Literaturgeschichte und Kunst verfaßt, englische Ästhetiker, zum Beispiel A. Pope, J. Priestley und Th. Warton übersetzt, als überragendste Leistung die erste vollständige, in Prosa abgefaßte deutsche Shakespeare-Ausgabe geschaffen und ist außerdem durch Untersuchungen mittelalterlicher Sprache und Literatur sowie durch rastlose Tätigkeit als Kritiker hervorgetreten. Er stand in regem Briefwechsel mit zahlreichen führenden Männern des deutschen Geisteslebens, war befreundet mit J. A. Ebert, K. A. Schmid und J. F. W. Zachariae, vor allem aber auch mit Lessing, dessen literarischen Nachlaß er teilweise herausgab“ (Fritz Meyen in NDB).– Außergewöhnlich schönes Exemplar in sehr dekorativen zeitgenöss. Einbänden aus der Bibliothek von Schloss Neuweier bei Baden-Baden. Schlagwörter: Gesamtausgaben, Theaterstücke |
280,-- | ![]() |
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| Möhler, Johann Adam. Symbolism: or, exposition of the doctrinal differences between catholics and Protestants, as evidenced by their symbolical writings. Translated from the German, with a memoir of the author … by James Burton Robertson. 2 Bände. London, Charles Dolman 1843. Gr.-8° (22,5 x 14 cm.). CXXXIV, 361, X S., [2] Bl.; Titel, 358 S., [2] Bl. Kalbslederbände der Zeit mit goldgepr. Rückenschildern, reicher floraler Rückenvergoldung und Deckel-Filetten.
ADB XXII, 59 ff. – Sehr seltene erste englische Übersetzung von Möhlers „Symbolik oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren öffentlichen Bekenntnisschriften“ (Mainz 1832). – Der berühmte Tübinger Theologe J. A. Möhler (1796-1838) war seit 1826 Professor in Tübingen und später in München. – „Jener ältere confessionelle Kampf führte ihn auf den nicht minder heftigen und in der Sache noch weit umfassenderen Kampf der neueren Zeit, der ihm zunächst in seinen Vorlesungen über die Unterscheidungslehren der Katholiken und Protestanten näher trat. Das führte ihn zu seiner dritten und bei weitem wichtigeren Schrift „Symbolik oder Darstellung der dogmatischen Gegensätze der Katholiken und Protestanten nach ihren öffentlichen Bekenntnißschriften“, Mainz 1832, die alsbald Aufsehen erregte, in den Jahren 1832–1838 fünf Auflagen erlebte und mehrere Entgegnungen hervorrief, besonders die Schrift von Professor F. C. Baur: „Der Gegensatz des Katholicismus und Protestantismus nach den Principien und Hauptdogmen der beiden Lehrbegriffe“, Tübingen 1834, welcher letzteren M. seine Schrift „Neue Untersuchungen der Lehrgegensätze zwischen den Katholiken und Protestanten“, Mainz 1834–1835, entgegensetzte. In diesen drei Schriften findet man von dem großen Kampf der letzten drei Jahrhunderte die ausführlichste, beiderseits mit den betreffenden Belegstellen begleitete Darstellung, wovon wir nur bemerken wollen, daß Baur von seinem Gegner nachgewiesen ist, daß er mehrere entscheidende Stellen aus den symbolischen Büchern seiner eignen Partei unbeachtet gelassen hat. Dieses findet zum Theil wol seine Erklärung darin, daß Baur bekanntlich nicht blos den Gegensatz zwischen dem Katholicismus und Protestantismus, sondern auch den Gegensatz zwischen dem alten und neuen Protestantismus aufs schärfste darzustellen bemüht gewesen ist, so daß er z. B. selbst von dem neuen Testament nur drei oder höchstens vier kleinere Theile als ächt beibehalten hat“ (A. Lutterbeck in ADB). – Sehr schönes dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Ecumenical Theology (study of denominations), Ökumenische Theologie (Konfessionskunde) |
200,-- | ![]() |
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| Luntz, Adolf (Wien 1875 – Karlsruhe 1934). 3 Original-Skizzenbücher. Mit zusammen 26 Bleistift-Zeichnungen und 13 Aquarellen bzw. kolorierte Bleistift-Zeichnungen. 3 Bände. Karlsruhe 1889-1919. 8° (19,5 x 12 cm.). Zusammen 39 lose Blatt (meist 18,5 x 11,5 cm.). Halbleinenbände der Zeit.
Vorwiegend Lanschaftsstudien alle signiert und teils datiert. – Zwei Skizzenbücher mit handschr. Deckeltiteln „Singen 1911, Kleinsteinbach 1913, Gochsheim 1912“ und „Donautal 1909, Horb 1909-1919, Kleinsteinbach 1911.“ Die Aquarelle und kolorierten Zeichnungen mit Orts-Ansichten, Landschaftsstudien und einen Hundekopf. – „Luntz war einer von fünf Söhnen des Wiener Architekten Viktor Luntz, den er häufig auf seinen Kunstreisen begleitete. Dadurch inspiriert trat er nach Abschluss seiner Gymnasialzeit 1892 in die Wiener Kunstakademie ein. Im ersten Jahr war Fritz L’Allemand sein Lehrer, bis dieser 1893 in den Ruhestand trat. Anschließend war Luntz Schüler bei William Unger und Eduard Peithner von Lichtenfels. Luntz studierte in Wien bis 1897. Anlässlich einer Ausstellung, die der Karlsruher Akademieprofessor Gustav Schönleber in Wien hatte, kam es zu einer Begegnung mit dem Meister, und Luntz wechselte an die Karlsruher Kunstakademie, wo er bei Gustav Schönleber Meisterschüler wurde. Luntz begleitete Schönleber auf Studienreisen nach Oberitalien, Holland, Belgien, an die Ostsee sowie in die nähere Heimat des fränkischen, schwäbischen und alemannischen Raumes. … Im Jahre 1905 ließ sich Adolf Luntz als freier Maler in Karlsruhe nieder. Er war Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Luntz starb nach langer Krankheit am 14. Februar 1934 in Karlsruhe“ (Wikipedia). Schlagwörter: Original-Aquarell, Originalzeichnung, Skizzenbuch, Skizzenbücher |
400,-- | ![]() |
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| Meštrovic – Strzygowski, Josef (Einleitung). Ivan Meštrovic. Ausstellung des Österreichischen Kulturbundes im Hagenbund, Wien, Oktober 1935. Wien, Hagenbund 1935. 8°. [22] S. mit 12 (11 ganzs.) Abbildungen. Illustr. Orig.-Kartonumschlag.
Sehr seltener Katalog der Hagenbund-Ausstellung des kroatischen Bildhauers und Architekten I. Meštrovic (1883-1962) in der Wiener Zedlitzhalle. – „Nach seinem Studium in den Jahren 1907 bis 1909 an der Kunstakademie Wien, wo er den Stil der Wiener Secession kennenlernte, lebte Meštrovic einige Jahre in Paris. Zwischen den beiden Weltkriegen lehrte er als Kunstprofessor an der Kunstakademie Zagreb. In dieser Zeit schuf er unter anderem das Strossmayer-Denkmal in Zagreb, das Denkmal Grgur Ninski in Split und das Indianer-Denkmal in Chicago. Mestrovic nahm 1907, 1914 und 1942 an der Biennale di Venezia teil. Im Zweiten Weltkrieg wurde er nach der italienischen Okkupation verhaftet und monatelang in Zagreb in Einzelhaft gefangen gehalten. Schließlich konnte er mit seiner Frau und zwei Söhnen via eine Zwischenstation in Rom nach Genf in der Schweiz weiterreisen. Im Jahr 1947 emigrierte Meštrovic in die USA. 1956 wurde er in die American Academy of Arts and Letters gewählt. Bereits seit 1949 war er assoziiertes Mitglied der Königlichen Akademie von Belgien“ (Wikipedia). – Sehr gut erhalten. Schlagwörter: Bildhauerei, Hagenbund Wien, Skulptur, Skulpturen |
120,-- | ![]() |
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| Dickens, Charles. The life and adventures of Martin Chuzzlewit. With illustrations by Phiz (d. i. Hablot Knight Browne). London, Chapman and Hall 1844. Gr.-8° (22 x 13 cm.). XIV, [1] Bl. (″Errata“), 624 S. mit gestoch. Frontispiz und illustr. Titel und 38 Radierungen. Moderner Halblederband mit goldgepr. Rückenschild, 5 unechten Bünden, Linienvergoldung und Goldschnitt.
Eckel 71 ff. Hatton-Cleaver S. 183 ff. Rümann, Das illustr. Buch im 19. Jhdt., S. 82. – Erster Druck der ersten Buchausgabe (Titelvignette mit dem Steckbrief „£ 100 Reward“ und das „£“-Symbol ist nicht auf dem Erratablatt erwähnt). – Dickens bereiste 1842 im Auftrag seiner Verleger die Vereinigten Staaten. Voller Enthusiasmus aufgebrochen, war er bald von den vorgefundenen Zuständen enttäuscht. Nach einem Aufenthalt in „Cairo, einem Elendsnest am Zusammenfluß von Ohio und Mississippi, das durch den Grundstücksschwindel der ‚Cairo Company‘ traurige Berühmtheit erlangt hatte (zu den Geschädigten soll Dickens selbst gehört haben), schwand seine Amerikabegeisterung vollends“ (KNLL). – „Dickens’ funniest novel“ (William Boyd). – „Considered the last of his picaresque novels. It was originally serialised between January 1843 and July 1844. While he was writing it, Dickens told a friend that he thought it was his best work thus far, but it was one of his least popular novels, judged by sales of the monthly instalments. Characters in this novel gained fame, including Pecksniff and Mrs Gamp. Like nearly all of Dickens’s novels, Martin Chuzzlewit was first published in monthly instalments. Early sales of the monthly parts were lower than those of previous works, so Dickens changed the plot to send the title character to the United States. Dickens had visited America in 1842 in part as a failed attempt to get the US publishers to honour international copyright laws. He satirized the country as a place filled with self-promoting hucksters, eager to sell land sight unseen. He also unfavourably highlighted slavery and featured characters with racist attitudes and a propensity to violence. In later editions, and in his second visit 24 years later to a much-changed US, he made clear in a speech that it was satire and not a balanced image of the nation and then included that speech in all future editions“ (Wikipedia). – Frontispiz, das illustrierte Titelblatt und die Tafeln im Rand teils stärker braunfleckig, sonst gutes dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Illustrated books, Illustrierte Bücher, USA |
140,-- | ![]() |
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| (Mairobert, Mathieu François Pidanzat de). Anecdotes sur Madame la Comtesse Du Barri. (Nouv. ed. corr. & augm.). Ohne Ort und Druck (Paris ?) 1776. 8°. 336 S. Kalbslederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschild und floraler Rückenvergoldung.
Barbier I, 188 c. Gay-Lem I, 217. Vgl. Cioranescu 50044 ff. und VD18 12551295 (seitengleiche Ausgabe mit dem Zusatz „maîtresse de Louis XV.“). – Erschien zuerst 1775. – Die berühmte, anonym zu Lebzeiten erschienene Biographie der Gräfin Dubarry, Maitresse von Ludwig XV., die 1793 auf beheiss Rohespierres hingerichtet wurde. – Vereinzelt leicht braunfleckig, gutes Exemplar. Schlagwörter: Biographie, France, Frankreich, Französische Revolution |
100,-- | ![]() |
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| Connell, Will. About Photography. New York, T. J. Maloney Co. (1949). 4°. 64 S. mit teils doppelblattgr. Abbildungen. Illustr. Orig.-Kartonumschlag.
First edition. – „This little book is written for the knowledgable… The book will probably do nobody any good, because those who need it won’t understand it, and those who understand it won’t need it…“ (W. Connell in his introduction). – „Will Connell (1898-1961) was an influential photographer, teacher, and author in Southern California known for his often-satirical “modern pictorialist” style, commercial photography work, and mentorship of a generation of photographers. … Connell’s glamour shots of stars such as Myrna Loy, as well as his growing body of art photography, reveal pictorialist influence, and his work was often exhibited at salons and exhibitions throughout the United States. In the 1930s, Connell began working as a photographer for magazines including the Saturday Evening Post, Colliers, Time, and Vogue, started teaching photography at Art Center College, and continued work at the Los Angeles studio he opened in 1925. Connell spent the rest of his life in Los Angeles, teaching, judging work, producing commercial work, and writing, notably, his „Counsel by Connell“ column in US Camera, which he authored for 15 years“ (National Museum of American History, Washington). – Rücken leicht berieben, gutes Exemplar. Schlagwörter: Commercial photography |
70,-- | ![]() |
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| Meyerowitz, Joel. St. Louis & The Arch. Photographs. Preface by James N. Wood. Boston, Little, Brown & Co. (1980). Quer-4° (24,5 x 27,5 cm.). 112 p. with 107 color plates. Publisher’s linen binding with a color-illustrated dust jacket.
Koetzle, Fotografen A-Z 267. – Erste Ausgabe der zweiten Veröffentlichung. Von Joel Meyerowitz signiert. – Der New Yorker Fotograf J. Meyerowitz (geb. 1938), „Hauptvertreter der ‚new color photography‘ seit den 60er Jahren in den USA“ (H.-M. Koetzle), „hat sich beständig um Ehrlichkeit sowohl seinem Thema wie seinen eigenen Emotionen gegenüber bemüht. Seine Absicht beim Bildermachen ist es, ‚meine Gefühle angesichts des Themas einzufangen‘. Die so entstehende Arbeit … vermittelt eine positive und optimistische Haltung zur Welt, wie sie durch seine Linse zu sehen ist. Meyerowitz’ Blick ist nie durch formale Erwägungen bestimmt. Schönheit in seinen Fotografien entsteht durch den Ausdruck des menschlichen Gehalts des Motivs. Seine Bilder berühren uns mehr durch ihre Poesie denn durch ihre Komposition“ (Jim Wood in Koetzle). – Schutzumschlag am Kapital und den oberen Ecken mit Knickspuren, gutes Exemplar. Schlagwörter: Color photography, Farbfotografie, Farbphotographie, Signed books, Signierte Bücher, USA |
200,-- | ![]() |
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| Soth, Alec. Sleeping by the Mississippi. Essays by Partricia Hampl and Anne Wilkes Tucker. Third edition. Göttingen, Steidl (2008). 4° (28 x 29 cm.). [120] S. mit 46 Farbtafeln. Orig.-Leinenband mit farbigem Deckelbild.
Koetzle, Fotografen A-Z 376. – Von Alec Soth auf dem Titelblatt signiert. – „Evolving from a series of road trips along the Mississippi River, Robert Frank’s The Americans. Like Frank’s classic book, Sleeping by the Mississippi merges a documentary style with a poetic sensibility. The Mississippi is less the subject of the book than its organizing structure. Not bound by a rigid concept or ideology, the series is created out of a quintessentially American spirit of wanderlust“ (Steidl). – „Mit erzählerisch-dokumentarischem Hintergrund entwickelt Soth in seinen Langzeitstudien eine eigene ästhetische und künstlerische Sprache. Als Mitglied der Fotografenvereinigung und -agentur Magnum (seit 2004) ist er ein typisches Beispiel für eine disziplinübergreifende Erweiterung, die sich nicht mehr in die Bereiche der „angewandten“ oder „künstlerischen“ Fotografie aufgliedern lässt“ (F. Hoffmann in Koetzle). – Neuwertiges Exemplar. Schlagwörter: Color photography, Farbfotografie, Farbphotographie, Mississippi River Valley, Signed books, Signierte Bücher, Soth, Alec, USA |
240,-- | ![]() |
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| Spanos, (Demetrios) and (Panagiotis) Tsitsias. Territory of Lourenço Marques. Lourenço Marques, Spanos & Tsitsias not dated (ca.1910). Quer-8° (18 x 23,5 cm.). Title page and 18 color plates (collotypes). Publishers cardboard hardcover.
First and only edition. – The photos show: Public Park, passenger landing pier at Marracuene near Lourenço Marques, Port Melville, Inyack Island, Marracuene near Lourenço Marques, On the Umbeluzi River, Fishing village at Inyack Island, Moodie’s Creek near Barberton, Transvaal, Native Village Huts at Umbeluzi near Lourenço Marques and others. – The territory featured in these works is the former district and colonial capital of Lourenço Marques in Portuguese East Africa, which was renamed Maputo after Mozambique’s independence in 1975. Geographically, the territory is situated on the northern bank of the Espírito Santo Estuary at Delagoa Bay (Indian Ocean). The historical district and city historically spanned the immediate coastal region, acting as a major port and railway terminus connecting the hinterlands of South Africa (Transvaal) and Swaziland to the sea. – The two photographers, Demetrios Spanos and Panagiotis Tsitsias, were Greek immigrants who ran a well-known photography studio, a postcard publishing company, and a general store in Lourenço Marques (now Maputo). For their famous albums, they traveled throughout the region, documenting the architecture of the colonial city, everyday life, and the traditions of the local population. In addition to bound photo albums, they produced hundreds of numbered postcards (Postais de Moçambique), which today are valuable historical documents for research and popular collector’s items. They were part of a small group of early European professional photographers in Mozambique – much like the better-known Lazarus brothers, with whom they shaped the market for colonial photography around the turn of the century. – In very good condition. Schlagwörter: Africa, Afrika, Color photography, Farbfotografie, Farbphotographie, Kolonialismus, Kolonien, Maputo, Mozambique |
320,-- | ![]() |
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| Yukichi – Barral i Altet, Xavier (Hrsg.). Watabe Yukichi – a criminal investigation. From the Wilson Center Center of Photography. (Text by Titus Boeder). Paris, Éditions Xavier Barral – Le Bal (2011). 4°. [98] S. mit 69 Duotone-Tafeln. Orig.-Leinenband mit Deckelschild und Deckelbild.
Parr/Badger III, 116. – First edition. – „On 14 January 1958, the disfigured and amputated body of a man was discovered near Lake Sembako in Japan. Two investigators from Tokyo came to help out the local police in order to resolve what at first appeared to be a banal case, but which proved to be more complex. For the first time, a photographer was authorised to accompany the police to document the investigation. Watabe followed the inspector as he questioned witnesses (workers in a tannery factory, local police officers etc.) and pounded the streets of the most insalubrious neighbourhoods in Tokyo – its bars, bridges, alleyways and hospitals – in search of the killer. Watabe’s images record much more than simply a police investigation, they reveal Tokyo in the 1950s in a way that has rarely been shown“ (Éditions Xavier Barral). – The book’s design and production fit the mood completely, with Japanese folded pages and printing achieving something close to tha told sooty gravure look. It is a perfect re-creation of a 1950s or 60s Japanes photobook, without being a simple pastiche. And as a perfect bonus, Watabe’s photographs are so good, far better than the standard reportage job one might have expected“ (Martin Parr). – Yukichi Watabe was a Japanese photographer born in Sakata City, Yamagata Prefecture in 1924. 1943, he joined Tokyo Kogakusha, a photography studio, and became a freelance photographer in 1950. 1992, he was awarded the Medal with Purple Ribbon. 1993, he died. – Copy in like-new condition. Schlagwörter: Crime, Japan, Kriminalfall, Kriminalgeschichte |
100,-- | ![]() |
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| Robertson, W(illia)m. The history of the discovery and conquest of America. With a memoir of the author from that by Dugald Stewart. Halifax, William Milner 1844. 12° (13,5 x 8,5 cm.). XIVIII, 551 S. mit 2 mehrfach gefalteten Karten (″Mexico or New Spain“ und „West India Islands and Countries Adjacent“). Schwarzer Lederband der Zeit mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung und Goldschnitt.
Vgl. Sabin 71973. – Seltene schön ausgestattete Taschenausgabe des berühmten Werks. – „In these volumes Robertson wrote the first history of the discovery and Spanish conquest of America based on ample bibliographical information and documents in the Simancas archives“ (Borba de Moraes² 740 zur erste Ausgabe von 1777). – Vorderer freie Vorsatz und das Portrait fehlen, sonst sehr gut erhaltenes Exemplar in einem prachtvollen Einband. Schlagwörter: America, Americana, Amerika, North America, South America |
140,-- | ![]() |
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| Rashid, Karim. I want to change the world. Essays by Karim Rashid, Paola Antonelli, David Byrne, Jeffrey Deitsch, Toyo Ito, Alessando Mendini, Ross Lovegrove and many others. New York, Universe Publishing (2001). Gr.-4° (33,5 x 28,5 cm.). [260] p. with over 400 color images. Colorfully illustrated hardcover book in a pink plastic case.
Deluxe limited Edition. – „Karim Rashid is the bestknown and most prolific young designer practicing in America today. On the brink of household-name celebrity, he has fast become a superstar among design aficionados by revolutionizing the visual standards of minimalist design with his fresh, colorful, sinuous, and sensual objects. His work is in the collections of museums worldwide, including The Museum of Modern Art, New York, the San Francisco Museum of Modern Art and The Montreal Museum of Decorative Arts. This book is the first comprehensive survey of Rashid’s designs, his products and the philosophy behind them. Edited and designed in close collaboration with Rashid and including a stellar list of contributors from the design community contributors this book is sure to be the reference source for years to come“ (Universe Publishing). – Like-new, still sealed in plastic and in its original shipping box. Schlagwörter: Catalogue raisonné, Catalogues raisonnés, Design, Industrial design, Industriedesign, Werkverzeichnis, Werkverzeichnisse |
70,-- | ![]() |
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| Goethe, Johann Wolfgang v. (eig. Otto Philipp Zaunschliffer). Juristische Abhandlung über die Flöhe (de pulicibus). 2. Auflage. Altona, Verlags-Bureau 1864. Kl.-8° (16 x 12 cm.). IV, 97, (1) S. mit Frontispiz und 1 ganzs. Holzschnitt-Illustration (von J. P. Lyser) am Ende. Orig.-Broschurumschlag.
Goed. IV,3, 813, 6d. Hayn-G. II, 639. Rümann 1287. – Erste illustrierte Ausgabe; erschien auch mit 14 weiteren Holzschnitten. Die erste Auflage erschien 1839. – Gelehrtenscherz, Goethe untergeschoben. Bereits 1683 in Marburg als Dissertation veröffentlicht. Inhaltlich weitgehend identisch mit der 1702 in Dresden unter dem Titel „Curiöse Gedanken. Vom Flöhen“ unter dem Pseudonym Opizii Jocoserii erschienenen Schrift des Rechtsgelehrten O. P. Zaunschliffer (1653-1729). – Umschlag angestaubt und etwas fleckig, stellenweise etwas braunfleckig, sonst gut erhalten. Schlagwörter: Curiosa, Illustrated books, Illustrierte Bücher |
80,-- | ![]() |
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| Strachwitz, Moritz (Karl Wilhelm Anton) v. Neue Gedichte. Breslau, Eduard Trewendt 1848. 8°. VIII, 240 S. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel, Romantikervergoldung und Deckel-Filetten.
ADB XXXVI, 482. Slg. Borst 2323. W.-G.² 2. – Erste Ausgabe. – M. v. Strachwitz (1822-1847) „ist ausschließlich Lyriker in den beiden Sammlungen seiner poetischen Erzeugnisse: „Lieder eines Erwachenden“ (1842) und „Neue Gedichte“ (1848); auch die epischen Motive in den Romanzen unterliegen der lyrischen Grundstimmung, obwohl er sich höchst wahrscheinlich, nach den Ansätzen in den erzählenden Poesien, gerade zu einem hervorragenden Balladendichter entwickelt haben würde. Verwunderlich bleibt in all seinen Versgebilden die vorbildliche Pflege der Form, welch letztere sich in einzelnen Nummern bis zu classischer Vollendung erhebt. Stets wirkt ein frischer, meist ein großer Zug, ein Zug von Begeisterung in den Worten des Dichters. Allenthalben keck und unabhängig, wirst er allen griesgrämlichen Leuten, allen Krämer-, Bedientenseelen, allem Philister- und Spießbürgerthum den Fehdehandschuh hin“ (Ludwig Fränkel in ADB). – Kanten etwas berieben, sehr schönes dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Lyrik, Mythologie, Revolution, 1848-1849 |
100,-- | ![]() |
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| Torres – Sarmiento, Alvaro. Neruda. Entierro y testamento. Fotos: Fina Torres. Las Palmas de Gran Canaria, Inventarios Provisionales 1973. 8°. 151 S. mit 48 Duotone-Tafeln. Illustr. Orig.-Kartonumschlag. (Serie Letras a su himán, 14).
Fernadez, The Latin American Photobook 102. – Rare first edition. – „In September 1973, Fina Torres, a photojournalist active in Venezuela at the time, was in Santiago during the coup that overthrew the government of the Unidad Popular. She photographed the damage done by the artillery to the facade of the Palacio de la Moneda, the armed soldiers in the streets, and other unsettling scenes of everyday life at the time: the cleaning of painted slogans from the walls, people lining up to buy food, the surveillance of the embassies, and the anguished seriousness of people waiting outside the morgue. Photographs of similar scenes can be found in the photobook Chili September 1973 by Koen Wessing, one of whose images is virtually identical to another taken by Torres. Both photographed a darkhaired girl standing at the door of the morgue and showing the ID photo of a soldier. Torres decided to repeat the image to show more clearly the features of the young man who had disappeared, and Wessing did the same. Ten days after the coup, the poet Pablo Neruda died in a clinic in Santiago. Torres photographed the funeral procession, which also laid to rest the Unidad Popular and a whole era of leftist aspirations. The procession turned into a demonstration, in spite of the menacing presence of numerous armed soldiers. … Fina Torres left another testimony, that of the vigil held around the dead body of Neruda. As she recalls, she was „the only photographer in the writter ’s residence on the day of his death.“ The house had been entered and sacked by soldiers, an event almost prophesied in the lines „Traitor / generals: / behold my dead house“ from España en el Corazon (Spain in the Heart). The photos show empty shelves, ashes from the auto-da-fé, open closets, flooded rooms, and other signs of plunder and destruction-images of the desolation that the deceased poet’s relatives, also captured by Torres’s camera, seem not to notice“ (H. Fernández). – Back cover with a vertical tear, otherwise in good condition. Schlagwörter: Chile, Neruda, Pablo, Revolution, Santiago |
200,-- | ![]() |
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| Wiener, Otto (Heinrich). Über Farbenphotographie und verwandte naturwissenschaftliche Fragen. Vortrag, gehalten auf der 80. Naturforscherversammlung zu Cöln a. Rh. in der Gesamtsitzung beider Hauptgruppen am 24. September 1908. Mit Zusätzen, Literaturnachweis und drei farbigen Tafeln. Leipzig, Johann Ambrosius Barth 1909. 8°. 88 S. und 3 farblithgr. Tafeln. Halbleinenband der Zeit.
Heidtmann 4948. NDB XXVIII, 88 ff. Roosens/Salu 2241. – Einzige Ausgabe. – Der bedeutende Physiker O. Wiener (1862-1927) wurde bekannt durch den experimentellen Nachweis stehender Lichtwellen; 1890 gelang ihm die Bestimmung der Wellenlänge des Lichts. Er „knüpfte in seiner Forschung mit der umfassenden Abhandlung „Farbenphotographie durch Körperfarben und mechanische Farbenanpassung in der Natur“ (Ann. d. Physik 55, 1895, S. 225–81) an frühere Arbeiten an“ (S. L. Wolff in NDB). – Beigebunden 7 weitere Vorträge und Arbeiten: Van der Waals, J(ohannes) D(iderik). Die Zustandsgleichung. Rede, gehalten am 12. Dez. 1910 in Stockholm bei Empfang des Nobelpreises für Pysik. Leipzig, Akademische Verlagsgesellschaft 1911. 24 S. – Löffler, Bernhard. Wann und auf welche Weise beeinflussen suspendierte Teilchen Gewicht und Auftrieb einer Flussigkeit ? Inaugural-Dissertation … der Universität Marburg. Marburg, Enz & Rudolph 1906. [3] Bl., 531 S. – Wiener, Otto. Ernst Abbe. Nekrolog gesprochen in der öffentlichen Gesamtsitzung beider Klassen am 11. November 1906. 18 S. – Wiener, Otto. Herstellung langsamer Kondensatorschwingungen in der Größenlage der Schwingungsdauer einer Sekunde und ihre Verfolgung mit geeignetem Galvanometer und Elektrometer. (Vorgetragen (bei) der 79. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte zu Dresden am 17. September 1907, …) S. 469-476. – Ludewig, Paul. Über die Notwendigkeit des Vorhandenseins von Selbstinduktion im Stromkreis des Wehneltunterbrechers. Separat-Abdruck aus den Annalen der Physik. Vierte Folge. Band 31. Leipzig, J. A. Barth 1910. Titel, S. 445-448, [1] Bl. – Ludewig, Paul. Der physikalische Vorgang in der Schlömilchzelle. Separatdruck aus Jahrbuch der drahtlosen Telegraphie und Telephonie. Leipzig, J. A. Barth 1910. S. 411-427. – Heideprim, P. Das Klima von Frankfurt am Main. Eine Zusammenstellung der wichtigsten meteorologischen Verhältnisse von Frankfurt a. M. Nachtrag II. Franfurt a. M., C. Naumann 1910. 79 S. – Gut erhaltener Sammelband mit 8 interessanten Abhandlungen. Schlagwörter: Color photography, Farbphotographie, Optics, Optik, Physics, Physik |
140,-- | ![]() |
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| Brueys, (David Augustin) de. Histoire du fanatisme de nostre temps. Et le dessein que l’on avoit de soulever en France les mécontens des Calvinistes. Paris, Francois Muguet 1692. Kl.-8° (15,5 x 9 cm.). [9] Bl., 257, (3) S. mit gestoch. Frontispiz. Kalbslederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschild und floraler Rückenvergoldung.
Seltene erste Ausgabe des historisch-polemisches Werks des französischen Dramatikers und Theologen David Augustin de Brueys (1640–1723). Das Buch gilt als eine der zentralen zeitgenössischen, katholischen Quellen über die Hugenottenkriege und den Camisardenaufstand in den Cevennen. De Brueys war ursprünglich selbst reformierter (protestantischer) Theologe. Nach seiner Konversion zum Katholizismus unter dem Einfluss von Bischof Bossuet wurde er zu einem vehementen Gegner des Protestantismus. – Einband etwas berieben, Titelblatt mit alten Notizen, gutes Exemplar. Schlagwörter: Calvinism, Calvinismus, Hugenotten, Huguenots |
240,-- | ![]() |
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| Holitscher, Arthur. Der Narrenführer durch Paris und London. Mit fünfzehn Holzschnitten von Frans Masereel. Berlin, S. Fischer (1927). 8°. Titel, 201, (5) S. mit 15 Illustrationen. Illustr. Orig.-Leinenband.
Holstein, Buchumschläge 263. Ritter C a 31. – Seltene zweite Fassung des zuerst 1925 mit dem Titel „Der Narrenbaedeker. Aufzeichnungen aus Paris und London“ erschienen satirisch-zeitkritischen Reiseführers. Der Titel musste auf Einspruch des Verlages Karl Baedeker geändert werden. – „Das XX. Jahrhundert ist das Jahrhundert des Speed; die Entwicklung bewegte sich von der Postkutsche sehr rasch zum Aeroplan vorwärts; ich möchte wissen, was von unserer Zivilisation übrigbliebe, wollten wir die Schnelligkeit, mit der wir von einem Ort zum andern gelangen können, zugleich mit Jazz und Taylorsystem, Gasbomben und anderen Beschleunigungsmitteln, aus unserer Zivilisation wegdenken, abziehen oder streichen. Die große Stadt ist ein einziges Verkehrshindernis. Sie ist unter die Räder der Entwicklung geraten, erledigt, muß verschwinden. Die große Stadt leidet in den Hauptverkehrsadern, besonders um die Stunde der Verdauung, an Kongestionen; sie wird bald an Apoplexie sterben. Man hat sie unterbohrt; die Klistierspritzen der Metro-Untergrundzüge erleichtern sie indes nur ungenügend; an den Straßenecken stauen sich alle zehn Schritte weit Autokolonnen, Omnibusparks; lebende Semaphoren in Schutzmannstracht lenken sie mit Signalen: halt, vorwärts, zurück; nützt alles nichts, die Stadt, ein lebendes Wesen, unterliegt den Gesetzen des Kreislaufs; Embolien wirken auf die Dauer tödlich auf sie wie auf den Menschen“ (S. 7 f. zum Verkehr in Paris). – A. Holitscher (1869-1941) übt bissige Kritik an den politischen Wirren, dem kapitalistischen Großstadtleben sowie der sozialen Ungleichheit in Paris und London der frühen 1920er-Jahre. – Mit kongenialen expresssionistischen Holzschnitten von F. Masereel, die Figuren und Szenen oft leicht karikiert oder grotesk verzerrt dargestellt, um den „Irrsinn“ der Gesellschaft hervorzuheben. – Vorderes Innengelenk geringfügig angeplatzt, sonst sehr gut erhalten. Schlagwörter: Illustrated books, Illustrierte Bücher, Reiseführer |
160,-- | ![]() |
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| Cranz, David. Alte und Neue Brüder-Historie oder kurz gefaßte Geschichte der Evangelischen Brüder-Unität in den ältern Zeiten und insonderheit in dem gegenwärtigen Jahrhundert. Zweyte Auflage. Barby, Christian Friedrich Laux 1772. 8°. [8] BL., 868 S., [29] Bl. Kalbslederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschild und floraler Rückenvergoldung.
ADB IV, 566. Howes 2405. Sabin 17410. VD18 10185135. – Zweite Ausgabe der ersten Darstellung der Geschichte der Herrnhuter Brüdergemeine. Cranz war Schreiber u. Reisebegleiter der Grafen v. Zinzendorf. Das Werk enthält die Beschreibungen von Brüdergemeinen in aller Welt und ihrer Missionstätigkeit, so in Amerika, Grönland, Labrador u. a. – D. Cranz (1723-1777) veröffentlichte 1765 seine „Historie von Grönland und dasiger Mission der Brüdergemeine“, 2 Bde, 1765, 2. Aufl. 1768 und Fortsetzung 1771. Das Werk ward bald nach seinem Erscheinen ins Holländische, Englische und Schwedische übersetzt. Ferner: „Alte und Neue Brüderhistorie oder kurzgefaßte Geschichte der evangelischen Brüder-Unität“, 1772, 2. Aufl. 1773, desgleichen in dänischer, englischer und schwedischer Uebersetzung. Beide letztgenannte Werke haben in weitern Kreisen zur Kenntniß der Brüdergemeine und ihrer Missionsthätigkeit wesentlich beigetragen. Wie jenes als erste geschichtliche Missionsschrift denselben eine allgemeine Theilnahme erweckte, so diente letzteres Werk dazu, die Leser von dem Ungrund der nachtheiligen Vorstellungen, die sie sich bisher von der Brüdergemeine nach den Schriften ihrer Gegner gemacht hatten, zu überzeugen und sie dieselbe in einem anderen Licht erkennen zu lassen“ (Cranz in ADB). – Einband etwas berieben, Rücken am Fuß mit kleiner Fehlstelle, gutes dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Herrnhuter, Orden, Ordensliteratur |
240,-- | ![]() |
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| Tacuinum sanitatis. Code 2396. Bibliothèque Nationale d’Autriche, Vienne. Paris, Éditions Seefeld (1984). 4° (27,5 x 18 cm.). [39] Bl. mit 249 Miniaturen, davon 117 in Farbe; farbiges Voll-Faksimile. Orig.-Kalbslederband mit goldgepr. Rückentitel, Rückenvergoldung und Deckelvignette.
Eines von 1975 num. Exemplaren. – Dazu: Rössl, Joachim und Heinrich Konrad. Tacuinum Sanitatis. Wien Österreichische Nationalbibliothek, Cod. Vindob. 2396, Venedig, um 1490 Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv. Kommentar. Graz, Akademische Druck- u. Verlagsanstalt 2018. 8°. XII, [38] Bl. (verkl. Faksimile), 195 S. Orig.-Leinenband mit farbig illustr. Schutzumschlag in Pappschuber. (Glanzlichter der Buchkunst, Band 26). – „Das Wiener Tacuinum (Hs. 2644) entstand Ende des 14. Jahrhunderts in der Lombardei, vielleicht in Verona. In der Vergangenheit wurde fälschlicherweise vermutet, dass der Codex im Besitz der Veroneser Familie Cerruti war. Historisch dokumentiert ist, dass das Manuskript bis 1407 im Besitz des Trentiner Fürstbischofs Georg von Liechtenstein war. Es befand sich unter den Besitztümern, die Herzog Friedrich IV. von Österreich nach der Vertreibung des Bischofs 1407 konfiszierte und fortschaffte. Unter den späteren Besitzern war Graf Ludwig I. von Württemberg-Urach. Diese Ausgabe wird heute in der Österreichischen Nationalbibliothek aufbewahrt und ist bekannt als Hausbuch der Cerruti“ (Wikipedia). – Zusammen 2 Bände. – Faksimileband mit Schnittspur im Vorderdeckel, sonst sehr gutes Exemplar. Schlagwörter: Faksimile, Medizin, Nummerierte Bücher |
240,-- | ![]() |
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| Goethe, J(ohann) W(olfgang) v. Reineke Fuchs. In zwölf Gesängen. Unter des Duchlauchtigsten, Deutschen Bundes schützenden Privilegien. Stuttgart und Tübingen, J. G. Cotta 1832. 8°. 229 S. Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschild und Rückenvergoldung.
Fischer, Cotta-Bibliographie 2180. Hagen 429. – Eines von 1000 Exemplaren. Die letzte zu Goethes Lebzeiten erschienene Ausgabe. – Goethe übersetzte den alten, bis ins Mittelalter zurückreichenden Fabelstoff im Jahr 1793 während des Ersten Koalitionskrieges in Hexameter-Verse. Er nutzte die Arbeit als Ablenkung von den politischen Unruhen der Französischen Revolution. – Rücken etwas berieben, stellenweise etwas braunfleckig, gutes Exemplar. Schlagwörter: Fabeln, Reineke Fuchs |
70,-- | ![]() |
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| Friedrich II., König von Preußen – (Stille, Christoph Ludwig v.). Les campagnes du Roi de Prusse. Avec des réflexions sur les causes des évènemens. 2 Teile in 1 Band. Amsterdam (eig. Hannover) 1763. Kl.-8° (15,5 x 9,5 cm.). [4] Bl., 139 S., S. 140-228 mit Titel in Rot und Schwarz. Kalbslederband der Zeit mit goldgepr. Rückenschild und floraler Rückenvergoldung.
ADB XXXVI, 240 ff. Holzmann/Bohatta 8681. Vgl. Holzmann/Bohatta 3137 und VD18 11288167 (beide dt. Übersetzung). – Wohl zweite französische Ausgabe; erschien zuerst 1762. Es erschien auch eine deutsche Übersetzung mit dem Titel „Die Feldzüge des Königs nebst Betrachtungen über die Ursachen der vorgefallenen Begebenheiten“ (Hannover 1762); außerdem eine englische Übersetzung. – Der preussische General und Dichter C. L. v. Stille (1696-1752) begleitete im ersten schlesischen Krieg den König. „Dieser Übergab ihm am 22. November 1743 das Kürassier-Regiment Nr. 6 (Eugen von Anhalt). Am 6. März 1744 wurde er zum Generalmajor ernannt. 1745 bildete er die Vorhut und vertrieb den österreichischen General Nadasdy nach Böhmen. In der Schlacht bei Hohenfriedberg wurde er an der Hand verwundet, kämpfte in der Schlacht bei Soor und begleitete der König nach Dresden. 1746 wurde er Amtshauptmann von Kartzig und Himmelstädt. 1750 bekam er überdies das neue Gut Schwabach. Die Urkunden bekam er vom König persönlich. Er war ein häufiger Gesellschafter des Königs in Potsdam“ (Wikipedia). – „In der „éloge du Général de Still“, die Friedrich nun verfaßte und in der Akademie der Wissenschaften vorlesen ließ, heißt es unter anderen: „Il étoit de ce petit nombre de gens, qui ne devroient jamais mourir“. Die éloge dürfte als eine um so mehr berechtigte Sühne anzusehen sein, da der König über Stille’s strategische Schriftstellerei gewiß näher unterrichtet war als wir. Droysen forschte derselben nach, und selbst in dem Büchlein über St. von Richard Fisch ist, wie dieser dem Unterzeichneten mittheilt, noch nicht erwähnt Stille’s 1762 erschienene Schrift „Les campagnes du roi, avec des causes des réflexions sur les causes des évènements“ (deux parties, un vol.). Die Vorarbeiten, die St. während seiner letzten Lebenszeit zu einem Werke über die Cavallerie gemacht hatte, wurden von allen Seiten gerühmt. Pauli vergleicht ihn wegen seiner gleichen Tüchtigkeit als Fußsoldat und Reiter mit Tarquinius Priscus“ (H. Pröhle in ADB). – Sehr schönes dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Friedrich II., König von Preußen, Schlesische Kriege |
400,-- | ![]() |
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| Jagic, Vatroslav. Glagolitica. Würdigung neuentdeckter Fragmente. Wien, F. Tempsky 1890. 4°. 62 S. und 10 Tafeln. Orig.-Pappband mit Rückentitel. (Denkschriften der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, Band 38, Abh. 2).
NDB X, 298 f. – Erste Ausgabe der bahnbrechenden Arbeit des berühmten kroatisch-österreichischen Slawisten Vatroslav Jagic (1838-1923).Jagic analysiert und ediert frühe kroatisch-glagolitische Messbuch-Fragmente aus dem 12. Jahrhundert, was entscheidende neue Erkenntnisse zur Entwicklungsgeschichte der glagolitischen Schrift lieferte. – „J. gilt durch seine grundlegenden Arbeiten zur Geschichte der slaw. Sprachen und Literaturen sowie durch seine Textausgaben – als der eigentliche Begründer der modernen Slawistik. Wichtig sind seine kritischen Editionen zahlreicher bedeutender Denkmäler des Altkirchenslawischen, dessen Entstehung und Herkunft er im Zusammenhang damit endgültig löste. Ausgaben alter kroat. Dichter erschienen in den „Stari pisci hrvatski“, deren erste 5 Bände er selbst mitherausgab. Wertvolle Arbeiten verfaßte J. zur Geschichte speziell der südslaw. Literatur. Auf wissenschaftsgeschichtlichem Gebiet schuf er die ersten großen Arbeiten zur slaw. Philologie. Er war Herausgeber des ersten slawistischen „Grundrisses“ (Enciklopedija slavjanskoj filologii, begonnen in St. Petersburg 1903). Eine große Anzahl wertvoller Arbeiten erschienen zudem in der Zeitschrift „Književnik“, in dem „Rad“ der südslaw. Akademie, in deren „Starine“, ferner in den „Sitzungsberichten“ und „Denkschriften“ der Wiener Akademie“ (Gerda Bartl in NDB). – Zeitgenöss. Besitzvermerk auf dem Titelblatt, die Tafeln im Rand etwas fleckig, sonst sehr gut erhalten. Schlagwörter: Philologie, Slawen, Slawistik, Sprachwissenschaften |
160,-- | ![]() |
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| Vögeli, Hans Heinrich. Die Leibesübungen, hauptsächlich nach (Phokion Heinrich) Clias. Zürich, Meyer und Zeller 1843. 8°. XXXII, 229, (1) S., [10] Bl. mit 16 lithogr. Tafeln. Marmorierter Pappband der Zeit.
ADB LX, 140 f. – Erste und einzige Ausgabe. – Frühes Schweizer Turnerbuch, welches auf den gymnastischen Methoden des Turnpioniers Phokion Heinrich Clias (1782-1813) basiert. Das Buch war maßgeblich für die Etablierung des Schulturnens in der Schweiz. – H. H. Vögeli (1810-1874) war 1838 bis 1866 Lehrer, danach Privatdozent am Eidgenössischen Polytechnikum Zürich und seit 1870 ausserordentlicher Professor an der Universität Zürich. – P. H. Clias war seit 1810 „Turnlehrer in Gottstatt bei Biel, dann am Gymnasium und am Waisenhaus in Bern sowie am Institut Fellenberg in Hofwil. 1821 gründete er im Berner Marzili eine Schwimm- und Badeanstalt und wurde noch im gleichen Jahr an die königl. Militär- und Seemannsschule nach England berufen. 1824 kehrte er in die Schweiz zurück, 1832-35 sass er im Berner Grossrat. In den 1840er Jahren war C. in Frankreich tätig, ab 1848 lebte er wieder in der Schweiz. C. zählt zusammen mit Johannes Niggeler und Adolf Spiess zu den Begründern des Turnunterrichts in der Schweiz“ (T. Gmür in HLS). – Rücken und Kanten berieben, durchgehend etwas fingerfleckig, sonst gut erhalten. Schlagwörter: Fitnesstraining, Gymnastik, Sport, Turnen |
100,-- | ![]() |
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| Leonardo da Vinci. Manuscrit B (2173 et 2184) de l’Institut de France. Traduction française de Francis Authier. Transcriptiones du Nando de Toni. Introduction d’André Corbeau. 2 Bände (Faksimile und Kommentarband). Grenoble, Roissard 1960. Gr.-8°. [5] Bl., XXV, 402 S., [10] Bl.; ca. 100 Bl. farbiges Voll-Faksimile, nicht geheftet. Orig.-Kartonumschlag und Orig.-Pappumschlag in Pergament-Optik.
Eines 974 num. Exemplaren für den „Cercle des Professeurs Bibliophiles de France“ (GA 1250 Exemplare). – Der Kommentarband seitlich und unten unbeschnitten, Umschlag des Faksimiles am Rücken mit Knickspuren, sonst gut erhalten. Schlagwörter: Faksimile, Nummerierte Bücher |
70,-- | ![]() |
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| Bausset, L(ouis) F(rançois) J(oseph) de. Mémoires anecdotiques sur l’intérieur du palais et sur quelques événemens de L’Empire depuis 1805 jusqu’au 1er Mai 1814 pour servir à l’histoire de Napoléon. Avec deux portraits et cent vingt fac-simile. 2e Édition. Tome premier et seconde (sur 4). Paris, Baudouin Frères 1827. 8°. VIII, 395 S.; [2] Bl., 320 S. mit 2 gestoch. Portraits, 2 Kupfertafeln und 120 Handschriften-Faksimiles auf 9 gefalteten Tafeln. Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückenschildern und Rückenvergoldung.
Louis-François de Bausset (1770-1835), kaiserlicher Palastpräfekt (Préfet du Palais), beschreibt Napoleon abseits der großen Schlachtfelder in seinem privaten und administrativen Alltag in den Tuilerien. Er liefert präzise Einblicke in die strengen Abläufe, die kaiserliche Haushaltsführung (Maison de l’Empereur) sowie in die Beziehungen der kaiserlichen Familie um Josephine und Marie-Louise. – Ohne Band III und IV, Band I mit der gestoch. Kaiseradler-Vignette von Joseph Gillé auf dem vorderen Innendeckel, durchgehend etwas braunfleckig, gutes dekorativ gebundenes Exemplar. Schlagwörter: Napoleon I, Napoleonica |
80,-- | ![]() |
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| Almanach – Schütze, St(ephan) (Hrsg.). Taschenbuch für das Jahr 1825. Der Liebe und Freundschaft gewidmet. Frankfurt a. M., F. Wilmans (1824). 12° (12 x 8,5 cm.). Gestoch. Frontispiz, gestoch. Titel, [1] Bl., 302 S. mit 13 Kupfertafeln. Halbleinenband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel und Romantikervergoldung.
Goedeke VIII, 53. Köhring S. 134. Lanckoronska-Rümann S. 71 f. Musenalm 392. – „Das 1800-1841 im Verlag von Gerhard Friedrich Wilmans (1764-1830) erschienene Taschenbuch gehörte zu den erfolgreichsten Unternehmungen dieser Art. Die buchkünstlerische Gestaltung und inhaltliche Ausrichtung der Bändchen erinnerte an die von Wilhelm Gottlieb Becker (1753-1813) herausgegebene Reihe mit dem Titel Taschenbuch und Almanach zum geselligen Vergnügen“ (Y.-G. Mix, Kalender? Ey, wie viel Kalender! Literarische Almanache zwischen Rokoko und Klassizismus. Ausstellung im Zeughaus der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Nr. 319 ff.). – Gutes Exemplar. Schlagwörter: Almanache, Taschenbücher, Kalender, Romantik |
50,-- | ![]() |
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| Becker, Jurek (eig. Georg B.). Jakob der Lügner. 7. Auflage. Rostock, Hinstorff 1984. 8°. 233, (1) S. Orig.-Leinenband mit Schutzumschlag (von Lothar Reher).
Von Jurek Becker signiert und datiert „13. 11. 92“. – Der 1969 veröffentlichte Roman „gilt als eines der erfolgreichsten Bücher der DDR-Literatur. Der darauf basierende Film war die einzige Filmproduktion der DDR, die für einen Oscar nominiert wurde. … Jakob der Lügner war ursprünglich als Kinofilm angelegt. 1963 wurde Beckers Exposé von der DEFA angenommen. Er arbeitete dann zwei Jahre an dem Drehbuch, das im Februar 1966 in den Produktionsplan der DEFA aufgenommen wurde. Die Produktion wurde jedoch noch vor Beginn der Dreharbeiten im Sommer 1966 abgebrochen, nachdem der beteiligte Regisseur Frank Beyer für seinen Film „Spur der Steine“ von der staatlichen Zensur aus der DEFA verbannt wurde und jahrelang nicht mehr an Filmproduktionen arbeiten durfte. In den folgenden Jahren arbeitete Becker den Stoff zum Roman um, der schließlich 1969 in der DDR beim Aufbau Verlag und 1970 in der Bundesrepublik beim Luchterhand-Verlag (als Eröffnungsband der Reihe Sammlung Luchterhand) erschien“ (Wikipedia). – J. Becker (1937-1997) wurde zusammen mit seinen Eltern nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 ins Ghetto von Lódz deportiert. 1944 kam er mit seiner Mutter, Anette Bekker, zunächst in das KZ Ravensbrück und später nach Sachsenhausen bzw. ins KZ-Außenlager Königs Wusterhausen. Dort wurde er am 26. April 1945 durch die Rote Armee befreit. – Schutzumschlag mit geringf. Randläsuren, sonst gut erhalten. Schlagwörter: Signierte Bücher |
100,-- | ![]() |
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| Goffin, Robert. Pérou. (Édité par les amis de l’auteur). Bruges, Desclée, Deuwer et Cie (Inprimé) s. d. (1940). Gr.-8° (21,5 x 17,5 cm.). 18 S., [1] Bl. Illustr. Orig.-Broschurumschlag.
Eines von 200 num. Exemplaren. – Mit eigenhändiger Widmung von R. Goffin für Man Ray. – Die letzte Veröffentlichung Goffins in Belgien, bevor er im Mai 1940 in die USA emigrierte. Nachdem er in Belgien die antifaschistische Wochenzeitung Alerte gegründet und sich vehement gegen das Nazi-Regime ausgesprochen hatte, musste er nach dem deutschen Einfall über Frankreich, Spanien und Portugal nach New York fliehen. Er verbrachte dort die Kriegsjahre im Exil und kehrte 1945 nach Belgien zurück. Eine erste, rein touristische USA-Reise unternahm er bereits im Jahr 1939. – Der belgische Jurist und Schriftsteller R. Goffin (1898-1984) gründete bereits 1921 „die Literaturzeitung La Lanterne sourde; auch lud er Blaise Cendrars und Jean Cocteau nach Brüssel ein. 1922 publizierte er einen weiteren Gedichtband mit dem Titel Jazz Bands (Vorwort Jules Romains) – viele weitere Gedichtbände folgten bis 1982. Im Jahr 1923 wurde er Anwalt am Berufungsgericht in Brüssel; 1928 heiratete er. Nebenberuflich befasste er sich mit Jazz und veröffentlichte 1932 Aux Frontiers du Jazz (Éditions Sagittaire, Paris), das häufig als erstes ernstzunehmendes Werk zum Jazz angesehen wird (noch vor den Büchern der Franzosen Hugues Panassié und Charles Delaunay). Er war schon im Vorfeld der Besetzung durch die deutschen Truppen ein Gegner der Faschisten, der sich für die Aufgabe der Neutralität Belgiens und Kampf an der Seite Frankreichs einsetzte“ (Wikipedia). – Tadellos. Schlagwörter: Nummerierte Bücher, Signierte Bücher, Widmungsexemplar |
320,-- | ![]() |
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| Keller, Gottfried. Sieben Legenden. Zürich, Regierungsrat des Kantons Zürich (1956). 8°. 137 S., [1] Bl. mit Frontispiz und Illustrationen von Charles Hug. Orig.-Pergamentband mit goldgepr. Rückenschild und Kopfgoldschnitt in marmoriertem Pappschuber.
Eines von 700 num. Exemplaren; von C. Hug im Druckvermerk signiert. – Schönes sauberes Exemplar. Schlagwörter: Illustrated books, Illustrierte Bücher, Nummerierte Bücher, Signierte Bücher |
60,-- | ![]() |
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| (Wirtky, Walter Johannes). Shanghai. Foto-Album mit 52 Orig.-Photographien (Silbergelatine-Abzüge, 5,5 x 6 cm. – 8,5 x 5,5 cm.). Shanghai um 1935. Quer-Kl.-8° (13,5 x 20,5 cm.). Halbleinenband mit Kordel-Heftung.
Interessante Foto-Dokumentation aus dem Shanghai der 1930er Jahre. Bildunterschriften in Deutsch. – Mit interessanten Aufnahmen bedeutender Gebäude und aus dem Volksleben. Eine Foto-Strecke dokumentiert Straßenhändler in der Avenue Edward VII: „Strassen Küche“, „Holz-Oel-Händler“, „Briefschreiber“, „Wandrollen-Händler“, „Wahrsager“, „Mahjong-Spiel-Schnitzer“ und „Mahjong-Spieler“, „Ichang-Laden“ und „Gaukler“. Weitere Aufnahmen mit Straßenszenen aus Nantao (Vogelmarkt, Spielwaren-Verkäufer etc.), einer Kinder-Bücherei, Tee-Häuser, Drachen-Fest, Chinesische Hochzeit u. a. m. Die Fotos sind in den 1930er Jahren auch in einem Buch veröffentlicht worden (Stuttgart, Süddeutsche Lichtdruck-Anstalt). – Der Schweizer (?) Fotograf W. J. Wirtky (1894-1934) arbeitete wohl in den 1920er Jahren in Shanghai. – Sehr gut erhalten. Schlagwörter: China, Shanghai |
600,-- | ![]() |
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| Joyce, James. Ulysses. New York, Random House (1946). XVII, 767, (1) S. Orig.-Leinenband mit goldgepr. Rückentitel (Einbandgestaltung: Ernst Reichl). (The modern library of the world’s best books).
Rücken etwas angestaubt, gutes Exemplar. |
30,-- | ![]() |
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| Beier (auch Beyer), Adrian. Repetitio Tit. Cod. Just. Nulli licere in frenis et equestribus sellis & in baltheis Margaritas & Smaragdos & Hyacinthos aptare, & de artificibus Palatinis. XI. II. & affinium. Commentatio analytica & synthetica: scholastica & forensis: Von Hofe-Handwerkern. Vratislaviae (Bratislava), Johann Georg Steck 1692. Gr.-8° (20 x 15,5 cm.). [4] Bl., 232, 433 [i.e. 333] S., [50] Bl. mit Titel in Rot und Schwarz. Pergamentband der Zeit mit handschr. Rückentitel.
NDB II, 18 f. VD17 3:600166L. – Einzige Ausgabe, selten. – Interessante juristische Abhandlung warum es Handwerkern am Wiener Hof verboten ist Edelsteine zur Verzierung von Zaumzeug, Reitsätteln und Gürteln zu verwenden. Dabei ging es um die Strenge Abgrenzung der Zunftrechte (Gewerbeneid) und die landesfürstlichen Luxus- und Kleiderordnungen. Das Privileg der Goldschmiede: Die Verarbeitung von echten Edelsteinen, Perlen, Gold und Silber war ausschließlich den Goldschmieden und Juwelieren vorbehalten. Die Beschränkung der Gürtler: Gürtler, Riemer und Taschner durften zwar Gürtel, Schnallen und Wehrgehänge fertigen. Sie mussten dafür jedoch unedle Metalle (wie Messing, Bronze oder Kupferlegierungen) verwenden. Das Verbot schützte also das wirtschaftliche Monopol der Goldschmiede und sicherte gleichzeitig die optische Hierarchie der Stände in der barocken Residenzstadt. – A. Beier der Jüngere (1634-1698) „studierte in Jena, Leipzig, Wittenberg, Rostock und Leyden die Rechte, promovierte 1658 in Jena. 1670 wurde er Hofgerichtsadvokat, 1678 Syndikus der Stadt Jena, 1681 außerordentlicher und 1693 ordentlicher Professor der Institutionen und Pandekten, daneben Assessor im Schöppenstuhl und im Hofgericht. Neben den üblichen Arbeiten zum gemeinen Recht (darunter die Harmonia Struvio-Schnobeliana, 1663) verfaßte er zahlreiche Werke zum Handwerksrecht seiner Zeit sowie technologische Bücher über Werkzeuge, Werkstätten, Waren der Handwerker und ein „Allgemeines Handlungs-, Kunst-, Berg- und Lexikon (1722). B. galt bis zum Ende des 18. Jahrhunderts als der deutsche Handwerksjurist“ (W. Ebel in NDB). – Durchgehend teils stärker gebräunt und braunfleckig, sonst gut erhalten. Schlagwörter: Handwerk, Handwerksrecht, Jura, Wien, Zünfte |
350,-- | ![]() |
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| Luginbühl, Berhard. Plastiken. (Katalog zur Ausstellung in der) Nationalgalerie Berlin, Staatliche Museen Preussischer Kulturbesitz, 21. Juni bis 14. August 1972; Kunsthaus Zürich, 29. März – 14. Mai 1972. (Vorworte: Werner Haftmann und Felix Baumann. 2., erweiterte Auflage. Berlin, Nationalgalerie 1972. 8° (17 x 17,5 cm.). [106] Bl. mit zahlr. Abbildungen. Orig.-Ringbuch mit Eisendeckeln und Schrauben mit Rücken- und Deckeltitel in Pappkarton.
Eines von 1000 Exemplaren im Metall-Ordner. – Mit Einlagen von Daniel Spoerri, Jean Tinguely und André Thomkins und den folierten Karten für die Luginbühl-Ausstellungen in Zürich und Berlin am Schluß. – Die Eisenscharniere wie meist etwas angerostet, gutes Exemplar. Schlagwörter: Bildhauerei, Concept-art, Konzeptkunst, Skulptur, Skulpturen |
50,-- | ![]() |
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| Cetto, Bruno. Enzyklopädie der Pilze. Nomenklatorische und systematische Bearbeitung des Bildteils: Ewald Gerhardt. 4 Bände. München, BLV Verlagsgesellschaft (1987-1988). 8°. Mit zahlr. farbigen Abbildungen. Orig.-Pappbände mit farbig illustr. Schutzumschlägen.
I. Leistlinge, Korallen, Porlinge, Röhrlinge, Kremplinge u.a. – II. Schnecklinge, Trichterlinge, Ritterlinge, Rötlinge, Wulstlinge u.a. – III. Champignons, Schirmlinge, Tintlinge, Schüpplinge, Schleierlinge u.a. – IV. Täublinge, Milchlinge, Boviste, Morcheln, Becherlinge u.a. – Sehr gutes Exemplar des Standardwerks. Schlagwörter: Botanik, Lexica, Mykologie, Pilze |
120,-- | ![]() |
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| (Zahorowski, Jerome). Monita secreta patrvm Societatis Iesu. Nunc primum typis expressa. Romae [i. e. Erlangen] 1782. Kl.-8°. 72 S. Interims-Pappband der Zeit.
Naumann, Jesuitismus S. 443 ff. VD18 12302368. – Letzte Ausgabe im 18. Jahrhundert der berüchtigten Kampfschrift gegen die Jesuiten. Die „Monita secreta“ erschien zuerst 1615 in Krakau. Schon Bischof Lipski von Krakau hielt die Monita 1616 für eine Fälschung, wie später auch zahlreiche Historiker. – „Die Monita Secreta (auch bekannt als: Geheime Anweisungen der Jesuiten oder Geheime Anweisungen der Gesellschaft Jesu) ist ein angeblicher Kodex von Anweisungen Claudio Acquavivas, des fünften Generals der Gesellschaft Jesu, an ihre verschiedenen Oberen. Darin sollen Methoden zur Ausweitung der Macht und des Einflusses des Jesuitenordens dargelegt werden. Einige Gelehrte betrachten das Dokument als eine jesuitenfeindliche Fälschung. Laut der Monita sollen Jesuiten alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um Reichtum für den Orden zu erlangen. So werden sie beispielsweise angehalten, vielversprechende junge Männer für den Eintritt in den Orden zu gewinnen und sie zu ermutigen, ihm ihre Ländereien zu stiften; reiche Witwen sollen umworben und von einer Wiederverheiratung abgehalten werden. Alle Mittel sollen eingesetzt werden, um Jesuiten in Bischofsämter oder andere kirchliche Würden zu bringen und die Mitglieder anderer Orden zu diskreditieren, während die Welt davon überzeugt werden soll, dass die Gesellschaft von den reinsten und uneigennützigsten Motiven geleitet wird: Der Ruf derer, die den Orden verlassen, soll auf jede erdenkliche Weise angegriffen und verleumdet werden. … Auch im Jahr 1783 wurden wiederholt Versuche unternommen, das Interesse an dem Werk durch eine angebliche Neuentdeckung zu wecken“ (Wikipedia aus dem Englischen übersetzt). – Einband berieben, Exlibris, Stempel auf dem Titel, stellenweise etwas gebräunt, sonst gut erhalten. Schlagwörter: Jesuiten, Ordensgeschichte, Schmähschrift |
220,-- | ![]() |
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| Spiess, (Karl) Adolf. Die Lehre der Turnkunst. I. Das Turnen in den Freiübungen für beide Geschlechter. – II. Das Turnen in den Hangübungen für beide Geschlechter. – III. Das Turnen in den Stemmübungen für beide Geschlechter. – IV. Das Turnen in den Gemeinübungen in einer Lehre von den Ordnungsverhältnissen bei den Gliederungen einer Mehrzahl für beide Geschlechter. 4 Teile in 3 Bänden Basel, Schweighauser 1842-1846 und 1867. 8°. XII, 167, (1) S.; XV, 231 S.; XVI, 348 S., [1] Bl.; XVI, 230 S. mit 145 Text-Holzschnitten und 4 gefalteten lithogr. Tafeln. Halbleinenband mit goldgepr. Rückentitel, Halbpergamentband der Zeit mit handschr. Rückentitel und Marmorierter Pappband der Zeit mit goldgepr. Rückenschild.
ADB XXXV, 173 ff. NDB XXIV, 693 f. – Band I in 2. Auflage; Band II-IV in erster Ausgabe. Hauptwerks des „eigentliche(n) Begründer(s) des deutschen Schulturnens“ (Sander in ADB) K. A. Spiess (1810-1858). – Als vierter Teil erschien noch die „Freiübungen“. – „1816-1828 besuchte Adolf Spiess das von seinem Vater in Offenbach am Main (Hessen) gegründete Institut, in dem täglich Turnunterricht erteilt wurde. 1828-1832 studierte er in Giessen und Halle Theologie. Turnen war in fast allen deutschen Ländern untersagt, weil die Turnvereine als Brutstätten nationalistischer Aktivitäten galten. Daher wurde Spiess 1832 zuerst Hauslehrer in Assenheim und wanderte dann in die Schweiz aus. In Burgdorf, wo 1833 Friedrich Froebel unterrichtete, erteilte der stark von Friedrich Ludwig Jahn beeinflusste Spiess Zeichen-, Geschichts- und Turnunterricht. Ab 1835 gab er auch Turnstunden am Primarlehrerseminar in Münchenbuchsee, 1844 am Gymnasium und am Waisenhaus in Basel und 1845 an der dortigen Töchterschule. Zurück in Deutschland, war er 1848-1855 Turnlehrer in Darmstadt, wo er 1852 den Bau der ersten Schulturnhalle Hessens veranlasste. Spiess’ Methode berücksichtigte beide Geschlechter und zielte auf Gehorsam und Disziplin. Sein Schaffen bedeutete einen Meilenstein für die Entwicklung des Schulturnens in der Schweiz und in Deutschland“ (Jean-Claude Bussard in HLS). – Band I mit Bibliotheks-Signatur auf dem Rücken und Stempel auf dem Titel, Band II und III in einem Band, Stempel auf dem Titel, die ersten Bl. und die Tafeln teils wasserrandig, stellenweise braunfleckig, Band IV, Einband etwas berieben, Stempel auf dem Titel und stellenweise braunfleckig, gutes, vollständig sehr seltenes Exemplar des wichtigen Werks zur Geschichte des Schulsports. Schlagwörter: Leichtathletik, Schul- und Lehrbücher, Sport, Sportpädagogik, Turnen |
240,-- | ![]() |
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| Stieler, Ad(olf). Schul-Atlas über alle Theile der Erde und über das Weltgebäude. 46. Auflage, verbessert und vermehrt von Herm(ann) Berghaus. Gotha, Justus Perthes 1866. Quer-4° (24,5 x 32 cm.). Titelbl. und 33 Stahlstich-Karten mit Grenzkolorit. Halblederband der Zeit.
Espenhorst S. 115. – „Ab 1856 wurde die Zahl der Karten auf 32 Karten vermehrt; ab 1861 wurde eine Palästina-Karte zusätzlich angeboten, die aber noch nicht in die Blattzahl integriert war. Diese wurde erst 1865 umgestellt. Damals wurden Bl. 18 u. 19 auf einer Seite vereinigt, dafür erhielt die Palästina-Karte die Nr. 25 b, so daß sich insgesamt am Umfang des Atlasses nichts änderte…“ (J. Espenhorst). – Vorliegendes Exemplar enthält zusätzlich eine Karte von Baden. – Einband stärker berieben, Kapital und Fuß etwas beschädigt, die Frankreich-Karte unten im Falz eingerissen, die meisten Karten im w. Rand fingerfleckig, für einen Schul-Atlas noch gut erhalten. Schlagwörter: Atlanten, Schul- und Lehrbücher |
180,-- | ![]() |
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| Wandt, Heinrich (Louis). Etappe Gent. Streiflichter zum Zusammenbruch. I. Band. Berlin, Buchverlag der „Freien Presse“ o. J. (1920). 8°. 182 S., [1] Bl. Farbig illustr. Orig.-Pappband.
Seltene erste Ausgabe. – Dazu: Derselbe. Etappe Gent. Zweites Hunderttausend, erweiterte Ausgabe. Berlin, Wien, Agis-Verlag 1926. 8°. 176 S. Farbig illustr. Orig.-Kartonumschlag. – Derselbe. Etappe Gent. Streiflichter zum Zusammenbruch. Nie wieder Krieg. I. Band. 3. Auflage, 50. Tausend. Berlin, Buchverlag der „Freien Presse“ o. J. (um 1925). Kl.-8°. 182 S., [1] Bl. Orig.-Broschur. – Derselbe. Erotik und Spionage in der Etappe Gent. (Band II). Erste Ausgabe. Wien, Berlin 1928. 8°. 208 S. Illustr. Orig.-Kartonumschlag (von John Heartfield). – Derselbe. Das Justizverbrechen des Reichsgerichts an dem Verfasser der „Etappe Gent“. Berlin, Verlag „Der Syndikalist“ Fritz Kater 1926. Gr.-8°. 28 S. Illustr. Orig.-Kartonumschlag. – Derselbe. Der Gefangene von Potsdam. 2 Bände. Wien, Berlin, Agis-Verlag 1927. 8°. 206 S., [1] Bl.; 207, (1) S. Illustr. Orig.-Kartonumschläge. – Haufe/Rettej, Heartfield 97 f. (Band II). Holstein, Buchumschläge 438 ff. (Abbildungen von I, II, IV und V.). NDB XXVII, 402. – Interessante Sammlung zu dem bedeutendenen Enthüllungs- und Antikriegsbuch, welches in der Weimarer Republik einen der größten politischen Skandale auslöste. – H. L. Wandt (1890-1965) arbeitete 1912 „kurzzeitig als Redaktionssekretär der sozialdemokratischen Frauenzeitschrift „Die Gleichheit“. Noch im selben Jahr zum Militärdienst eingezogen, desertierte W. 1913 nach Paris. Im März 1914 stellte er sich, verbüßte acht Monate Haft in einem Militärgefängnis und kam nach seiner Entlassung an die Westfront. Im Frühjahr 1915 wurde W. als nicht mehr frontdienstfähig zur Etappen-Inspektion 4 nach Gent versetzt, wo er bis 1918 bei der Kriegszeitung der 4. Armee tätig war. Nach Kriegsende arbeitete er als Redakteur der linksradikalen Tageszeitung „Freie Presse“ in Berlin. In deren Verlag erschien 1920 W.s Buch „Etappe Gent, Streiflichter zum Zusammenbruch“ (zahlr. Nachdrr., niederl. u. franz. Übers.), in dem er am Beispiel namentlich genannter Offiziere und ihrer Verfehlungen die endemische Korruption der dt. Besatzungsherrschaft im belg. Etappengebiet anprangerte. Ein zweiter Band, der wegen seines von John Heartfield (1891–1968) gestalteten, als moralisch anstößig empfundenen Umschlags bald vom Markt genommen werden mußte, erschien 1928. … W.s Buch brachte ihm zahlreiche Beleidigungsklagen ehemaliger Offiziere ein. Nachdem der Oberreichsanwalt beim Reichsgericht im Okt. 1921 ein Verfahren wegen des Diebstahls von Akten aus dem Reichsarchiv eröffnet hatte, wurde W. bis Jan. 1922 in Haft genommen, dann jedoch aufgrund mangelnden Tatverdachts entlassen. Um weiterer justizieller Verfolgung zu entgehen, floh W. in das belg. besetzte Aachen, dann nach Belgien. 1923 wurde er in Düsseldorf verhaftet und des Landesverrats angeklagt. Die Verhandlung vor dem Reichsgericht im Dez. 1923 begann mit der Verlesung von Abschnitten aus „Etappe Gent“ durch den Richter, was verdeutlicht, daß W. letztlich wegen seiner kriegskritischen Veröffentlichungen vor Gericht stand. W. wurde zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Zeitungen in Belgien und den USA bezeichneten das Verfahren als „deutschen Dreyfusprozeß“. Öffentlicher Druck, u. a. durch den SPD-Abgeordneten Paul Levi (1883–1930) im Reichstag, führte dazu, daß W. 1926 begnadigt wurde“ (B. Ziemann in NDB). – Interessant ist besonders die „Einbandillustration des Pappbands in Rot, Schwarz und Lila mit provokanter Darstellung eines Offiziers, der mit einer Prostituierten Champagner trinkt“; die Umschlagillustration zu „Das Justizverbrechen…“ „Richter beim Versuch Justitia zu vergewaltigen“ sowie die „Photomontage über beide Deckel und Rücken in Rot und Schwarz von John Heartfield (vorn: Offizier mit Mädchen, rückseitig halbbekleidete Frau). Erste Fassung des Heartfield-Umschlags (wie hier vorliegend), der sofort nach Erscheinen der Zensur zum Opfer fiel“ (J. Holstein). – Umschläge und die Gelenke des Pappbands restauriert, sonst alle Bände von Alters- und Gebrauchsspuren abgesehen gut erhalten. – Zusammen 7 Bände; die Erstausgabe, die erste Fassung von Band II und die beiden Bände von „Der Gefangene…“ mit den illustr. Kartonumschlägen sehr selten. Schlagwörter: Pazifismus, Weimarer Republik, Weltkrieg <1914-1918>, Weltkrieg I |
850,-- | ![]() |
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| Schopenhauer, Arthur. Werke in fünf Bänden. (Und). Reisetagebücher. – (Und). Beibuch zur Schopenhauer-Ausgabe. Nach den Ausgaben letzter Hand herausgegeben von Ludger Lütkehaus. Zusammen 7 Bände. Zürich, Haffmans Verlag 1988-1989. 8°. Orig.-Leinenbände mit Schutzumschlägen in Pappschubern mit farbig illustr. Deckelschild.
Erste Ausgabe der berühmten Werkausgabe mit dem oft fehlenden „Beibuch“ mit der Einleitung des Herausgebers und Übersetzung und Nachweis der Zitate, Schopenhauer-Chronik, Sach- und Namenregister von Michel Bodmer sowie dem Supplementband mit den Reisetagebüchern. Bände I und II. Die Welt als Wille und Vorstellung. – Band III. Kleinere Schriften. – Band IV und V. Parerga und Paralipomena. – Schutzumschläge von Band II und III am Kapital mit kl. Läsuren, sehr gutes Exemplar. Schlagwörter: Gesamtausgaben |
160,-- | ![]() |
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