Arnim, Dies Buch gehört dem König
Arnim, Dies Buch gehört dem König
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(Arnim, Bettina v.). Dies Buch gehört dem König. 2 Bände. (Berlin, Eduard Heinrich Schroeder 1843). Kl.-8° (17,5 x 11 cm.). VIII, 307, (1) S.; [1] Bl., S. 308-598. Dunkelgrüne Halblederbände der Zeit mit goldgepr. Rückentiteln, Romantikervergoldung und blindgepr. Deckel-Ornamentik.. Slg. Borst 2055. Goedeke VI, 85, 7. Houben, Verbotene Bücher I, 33 ff. Mallon 149, 48. Pataky I, 18. – Erste Ausgabe der ersten „Sozialreportage der deutschen Literatur“. Bettine von Arnim fordert dem Zeitgeist entsprechende gesellschaftliche Freiheiten. – „Das 1843 erschienene fiktive Gespräch mit der Mutter Goethes soll angeblich 1807 stattgefunden haben. Die Autorin schildert zwei Besuche der „Frau Rat“ bei der Königin Luise im Darmstädter Schloss in den Jahren 1799 und 1803, die sie zu einer Begegnung zusammenfasst, um die Erzählung lebendiger zu gestalten. In die Schilderungen kleinbürgerlichen und höfischen Lebens – etwa der Beschreibung eines Hofballs – lässt sie ihre politischen, sozialen und philosophischen Vorstellungen und Ideen einfließen. Ihre Theorien über den Begriff der Freiheit, die sich gegen eine verhärtete Moral, gegen Pädagogen und Pietisten sowie gegen das konfessionell gebundene – und ausgeartete – Christentum wenden, sind von der Aufklärung geprägt. Bettina wehrt sich jedoch dagegen, als Anhängerin des Atheismus zu gelten, und bekennt sich zu einem etwas unbestimmten Deismus. Wahre Unsterblichkeit billigt sie nur den Hervorbringungen der menschlichen Intelligenz zu, die an nichts Irdisches gebunden ist“ (KLL). – „Der Geist der Schönheit in der Form wird im Menschengeist zum Propheten. Der Geist in dem die reine Form der Individualität liegt der ist gesund. Freiheit allein bringt Geist, Geist allein bringt Freiheit.“ (Aussprüche der Frau Rat, S. 3). – Stellenweise etwas braunfleckig, wie meist ohne die beiden Haupttitel mit der Verlagsangabe, sehr gutes dekorativ gebundenes Exemplar aus der Schloß-Bibliothek des preussischen Generals und Politikers Ernst Maximilian Hermann von Gaffron-Oberstradam (seit 1840 Freiherr von Gaffron-Kunern, 1797-1870) mit dessen Exlibris-Stempel auf den Nebentiteln.
Unser Preis: EUR 600,-- |
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